Besuch bei Steinmeier

Sekt mit Frank-Walter: Albert Singers aus Halver beim Bundespräsidenten zu Gast

Die Albert Singers mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender.

Halver/Bonn - „Mit meinem obersten Chef mit einem Glas Sekt anstoßen. Das wär’ doch was“, hatte Andrea Reich gedacht, als die Einladung in die Villa Hammerschmidt des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier bestätigt wurde.

Um es vorweg zu nehmen: Dass der Fronleichnamsabend so eindrucksvoll, locker und familiär werden würde, hätte wohl keiner der 13 Albert Singers aus Halver gedacht, die mit Essen, Trinken und einem exklusiven Konzert der Kölner Band „De Höhner“ und der Jungen Sinfonie Köln verwöhnt wurden. 

„Wie ein Glücksbärchen auf Ecstasy“ habe sie sich nach der Veranstaltung im Vorgarten von Frank-Walter Steinmeier und Ehefrau Elke Büdenbender gefühlt, sagt Andrea Reich im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. Mit diesem Konzert wollte der Bundespräsident zum einen die Bedeutung der musikalischen Bildung unterstreichen. Zum anderen wollte er ehrenamtliches Engagement im Bereich der Amateurmusik würdigen. 

Die Albert Singers haben im vergangenen Jahr beim Sing- und Swing Festival in Dortmund den Titel Konzertchor 2018 verliehen erhalten. Das sei der Grund für die Einladung gewesen, sagt die „Chormutti“, wie sie intern gern genannt wird. 

Vor der Villa Hammerschmidt standen Zelte für Personenkontrollen. Beim Betreten des „Vorgartens“, wie der Bundespräsident das Gelände nannte, bekamen alle Besucher erst mal ein Regencape an die Hand für die immer wieder aufkommenden Schauer. Im Park selbst warteten die Bühne und Bierzeltgarnituren auf die Besucher aus ganz Deutschland. Die Gäste waren, wie es in der Einladung stand, „sommerlich elegant“ gekleidet. Bis zum Konzertbeginn wurden sie mit einem Begrüßungssekt, Getränken und kleinen Häppchen bewirtet.

Der lockere Auftakt bot die Gelegenheit zum Austausch unter den Sängern: „Und wo kommt ihr her?“ Um 19 Uhr kamen dann auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender und nahmen an einem der Tische vor der Bühne Platz. Der Bundespräsident habe eine sehr sympathische und bodenständige Begrüßungsansprache gehalten: „Wenn Sie denken, es regnet, vergessen Sie nicht, das Meiste geht an Ihnen vorbei.“ 

Und nachdem die Höhner in einem der ersten Lieder von „Sunnesching“ (Sonnenschein) gesungen hatten, habe es wie auf Kommando aufgehört zu regnen und die Sonne strahlte auf das Konzertgelände, berichtet Reich. Nicht nur Klassiker der Höhner wie „Schenk mir dein Herz“ oder „Wir halten die Welt an“ standen auf der Setlist, sondern auch Lieder wie „Music was my first love“ von John Miles mit einem kölschen Text von Trude Herr oder „Because“ von den Beatles. 

Die junge Philharmonie begleitete die Höhner nicht nur, sondern spielte auch Stücke wie die Mondscheinsonate von Beethoven oder die Ouvertüre aus „Orpheus in der Unterwelt“ von Jaques Offenbach. Der hier vom Dirigenten eingeforderte Can Can war nicht der einzige Mitmachteil fürs Publikum. Henning Krautmacher von den Höhnern meinte dazu: „Die Stimmung hier ist so ausgelassen, man sollte nicht meinen, dass der erste Mann dieses Staates anwesend ist.“ 

Nach dem Konzert wurden der Bundespräsident und seine Frau von Gästen umringt, die natürlich gern ein Foto oder Autogramm haben wollten. Die Bodyguards hatten alle Hände voll zu tun, blieben aber gelassen – genau wie Steinmeier und seine Ehefrau, die möglichst alle Fotowünsche erfüllten. Wenn das mit den gewünschten Selfies nicht klappte, nahm Elke Büdenbender das Smartphone des Gastes auch schon mal selbst in die Hand. 

Die Albert Singers hatten von Bürgermeister Michael Brosch eine Flasche „Bürgermeister-Wein“ als Gastgeschenk im Gepäck. „Ich war bei der Übergabe schon sehr aufgeregt, aber die beiden sind so bürgernah, freundlich und bodenständig, das nimmt einem echt alle Hemmungen. Sie haben sich über den Wein sehr gefreut.“ 

Da bei den Gruppenfotos natürlich möglichst auch immer alle mit aufs Foto wollen, war auch die Solidarität unter den Chören sehr groß. Stets habe jemand aus einem anderen Chor das Smartphone gehalten und das Foto gemacht. Der Bundespräsident blieb auch dabei völlig pragmatisch: „Wenn das Foto gemacht ist“, meinte er, „drehen wir uns ganz einfach um. Dann ist der andere Chor dran.“ Für die 13 Halveraner Sänger war der Besuch mit der Rückfahrt nach Mitternacht nicht vorbei. „Wir sind alle noch dabei, die Eindrücke abzuarbeiten“, sagt Andrea Reich im Nachgang.

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