In Halver wird kein Sportler mit Tanktop vor die Tür gesetzt

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Bei Helmut Wunderlich kann man mit kurzen und langen Ärmeln trainieren.

Halver - In Hamburg wandten sich zwei Männer an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, weil sie nicht in Tanktops trainieren durften. In Halver hätte es bei dieser Kleiderwahl keine Probleme gegeben.

„Bei uns darf jeder in den Klamotten trainieren, in denen er sich wohl fühlt“, sagt Helmut Wunderlich, Mitinhaber des Aktivital-Fitnessstudios an der Bahnhofstraße. Es gebe keine strengen Richtlinien, in denen ein bestimmter Dresscode vorgeben, oder gar verboten wird.

Der Hamburger Fall: Zwei Männer wollen in Hamburgs Nordwesten ein neu eröffnetes Fitnessstudio besuchen. Doch ein Mitarbeiter des Studios lässt die beiden nicht trainieren. Sie sollen sich zuerst umziehen. Männer in ärmellosen Shirts seien an den Geräten nicht erwünscht. Sie beschwerten sich bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, weil sie sich diskriminiert fühlten. Denn Frauen hätten sehr wohl in ärmellosen Oberteilen trainieren dürfen, sagten sie.

Aus exakt diesem Grund will Helmut Wunderlich seinen Kunden keine Kleiderordnung vor die Nase setzen: „Viele Frauen tragen ärmellose Tops. Wie könnte ich Männern das dann verbieten?“

Wunderlich selbst ist kein Fan von Tanktops, da muskulöse Oberarme in ärmellosen Shirts „ein gewisses Muckibuden-Klischee bedienen“, sagt der Gesundheitstrainer. Als eine solche „Muckibude“ sehe er sein Studio nicht. „Daher ist das eher ein innerlicher Wunsch.“ Wenn ein Kunde sich jedoch im Tanktop am wohlsten fühle, bekäme er laut Wunderlich keine Steine in den Weg gelegt.

Lediglich ein Kunde – erinnert er sich – komme regelmäßig im ärmellosen Shirt. „Der ist ungefähr in meinem Alter.“

Hygiene ist ein wichtiger Aspekt

Wunderlich glaube nicht, dass trainierte Oberarme, betont durch Tanktops, einschüchternd auf Trainingsbeginner wirken würden. Den einzigen Grund, weshalb er sich vorstellen könne, dass ärmellose Oberteile in manchen Studios verboten sind, sei die Hygiene: „Sitze und Polster sollten nicht unbedingt mit nackter Haut berührt werden. Aber da lösen Handtücher alle Probleme.“

Allgemein beobachte der Halveraner das Thema Sportmode mit einem gewissen Interesse: „Da erinnere ich mich zum Beispiel an die Zeit, in der Aerobic populär wurde. Als der Trend abgeklungen war, wurden Sportler in Leggins plötzlich belächelt. Mittlerweile werden die engen Hosen wieder überdurchschnittlich oft getragen.“

Sportbekleidung müsse seiner Einschätzung zufolge derzeit zwei Eigenschaften erfüllen: „Sie muss modisch und funktionell zugleich sein. So ist mein Eindruck, wenn ich an die Outfits der Gäste denke.“

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