Kapseln für die Natur

Bienenfutter statt Kaugummi: Automaten zur Rettung der Bienen hängen im MK

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Aus einem Kaugummi-Automaten wird ein Bienenfutter-Spender: Gabriele Müller-Seyfried ist die Initiatorin des Projekts.

Mit seinem leuchtenden Gelb fällt ein Automat, den das Aktionsbündnis Oberbrügge-Ehringhausen am Bürgerhaus am Nocken aufgestellt hat, auf Anhieb ins Auge. Doch was steckt dahinter?

Oberbrügge - „Lass deine Stadt aufblühen! Mach mit!“, ist darauf zu lesen. Aufgemalte Bienen und Blumen deuten an, worum es geht. Initiatorin der Aufstellung des Bienenfutter-Automaten ist Gabriele Müller-Seyfried, 2. Vorsitzende des Aktionsbündnisses. Durch einen Zeitungsbericht stolperte sie über die Initiative des Dortmunders Sebastian Everding, der ausgediente Kaugummi-Automaten liebevoll aufarbeitet und als Bienenfutter-Automat zu neuem Leben erweckt. „Den muss ich haben“, ging Gabriele Müller-Seyfried damals gleich durch den Kopf. 

Im Aktionsbündnis, das sich zunehmend mit Nachhaltigkeitsfragen beschäftigt, stieß ihre Idee auf viel Gegenliebe. „Ich habe dann per E-Mail mit Herrn Everding Kontakt aufgenommen“, erzählt die Oberbrüggerin. „Und jetzt ist der Automat da.“ 

Blühmischungen für Naturfreunde

Für 50 oder 20 Cent spuckt der umfunktionierte Kaugummi-Automat statt Kaugummi nun Kapseln mit Bienenretter-Samenmischungen aus. Die 50-Cent-Kapsel enthält eine mehrjährige Blühmischung für Wild- und Honigbienen. Für 20 Cent können Naturfreunde und Gartenliebhaber den Bienen, die vielerorts kein ausreichendes Nahrungsangebot finden, mit einer einjährigen Mischung etwas Gutes tun. Im Herbst kommt eine Mischung aus Blumenenzwiebeln hinzu, damit auch das Frühjahr bunt und bienenfreundlich beginnen kann. 

Partner von Sebastian Everding und seinen Bienenfutter-Automaten ist das Projekt Bienenretter aus Frankfurt, das sich auf vielfältige Weise für die Verbesserung der Lebensräume von Bienen und anderen Insekten einsetzt. „Eine Welt ohne Bienen wäre undenkbar für unsere biologische Artenvielfalt und damit letzten Endes für unser Überleben. Das Bienensterben ist ein Spiegelbild des Zustands unserer Umwelt und Gesellschaft“, heißt es auf der Homepage der Bienenretter. 

Zum Selbstkoste

Wiederverwertbare Kapseln: Unterhalb des Bienenfutter-Automaten ist ein Rückgabekasten für die leeren Kapseln, die neu befüllt werden sollen, angebracht.

npreis bietet das Aktionsbündnis Oberbrügge-Ehringhausen die Samenkapseln zur Rettung der Bienen an. Die leeren Kapseln können zurückgegeben werden und werden dann neu befüllt. Eigens zu diesem Zweck ist unterhalb des Automaten ein Rückgabekasten angebracht worden. Das Gestell zur Aufhängung des Automaten und des Rückgabekastens sponserte die Firma Schulz Stanztechnik. Beim Aufstellen des quietschgelben Kastens stolperten die Oberbrügger über die Aufschrift „Antwerpen“, was die Vermutung nahelegt, dass der Automat früher als Kaugummi-Automat in der belgischen Hafenstadt hing. 

Flächen sind in Oberbrügge reichlich vorhanden

Die Bienenrettung aus dem Kaugummi-Automat, die in Oberbrügge bereits die Runde macht, zieht derweil immer größere Kreise. Wie zu lesen ist, ist aus dem ersten in Dortmund aufgehängten Automaten von Sebastian Everding mittlerweile ein bundesweites Netzwerk entstanden. Oberbrügge gehört jetzt dazu. Brachflächen, um die Samenmischungen auszusäen und das Dorf aufblühen zu lassen, seien vor Ort reichlich vorhanden, meint Gabriele Müller-Seyfried. Der eigene Garten oder Balkon eignen sich dafür ebenso gut.

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