AFG-Theater-AG überzeugt mit „Pension Schöller“

Hauptdarsteller Philip Schimchen als Philipp Klapproth (links) mit dem Weltreisenden Fritz Bernhardy alias Bjarne Laartz. - Fotos: Salzmann

Halver - „Entweder Irre in Berlin oder kein Geld!“ Mit seiner „Bitte“ bringt Philipp Klapproth – der Onkel mit dem Geld – seinen Neffen Alfred in der Provinzposse „Pension Schöller – Du bist verrückt, mein Kind“ von Michael Assies, mit der die Theater-AG des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) ihren Zuschauern am Donnerstag in der Schulaula einen höchst vergnüglichen Theaterabend bereitete, mächtig in Bedrängnis.

Von Monika Salzmann

Zusammen mit seinem besten Freund Ernst möchte Alfred im fernen Berlin einen Kiosk eröffnen. Das dafür notwendige Kapital soll Onkel Philipp beisteuern. Der ist allerdings nur bereit, den Geldhahn zu öffnen, wenn er die Irren in Berlin zu sehen bekommt, von denen er in der Zeitung gelesen hat. Angeblich leben die nicht in Anstalten, sondern in gewöhnlichen Pensionen und dürfen – noch schöner – herum spinnen, wie es ihnen gefällt. Im guten Glauben, eine dieser Pensionen kennen zu lernen, fährt Philipp in die große Stadt und quartiert sich in der „Pension Schöller“ ein.

Ein altes Stück – 1890 in Berlin uraufgeführt und von Michael Assies behutsam modernisiert – reicherte die Theater-AG am Donnerstagabend bei der Premiere ihres neuen Stücks augenzwinkernd mit feinem Lokalkolorit und amüsanten Seitenhieben auf das Leben in der Provinz beziehungsweise in der Großstadt an. Unter Leitung von Karsten Thiesbrummel (Regie) präsentierten die spielfreudigen jungen Akteure aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen eine spritzige, ideenreiche Fassung des Klassikers. Zwei Welten – Metropole und Provinz – prallten da witzig und charmant aufeinander. Mit Vorurteilen und Klischees trieben die Schüler augenzwinkernd ihre Späße.

Schauplätze des Klapproth’schen Abenteuers mit den „Irren“ in Berlin, die sich als gewöhnliche, spleenige Großstädter entpuppten, waren das beschauliche Halver, der von Menschen wimmelnde Bahnhof der Großstadt und die „Pension Schöller“, wo der gutgläubige Philipp Klapproth Künstlern, Weltreisenden und Militärs begegnete. Philip Schimchen, der eine klasse Vorstellung bot, verkörperte den staunenden Provinzler mit einer Mischung aus Naivität und Sensationsgier. In die unmöglichsten Situationen manövrierte er sich in seinem Glauben, es mit „Irren“ zu tun zu haben, hinein. Steter Quell der Heiterkeit waren die mehr oder weniger berühmten, „verrückten“ Pensionsgäste, die den staunenden Klapproth voll in Beschlag nahmen. Fritz Bernhardy alias Bjarne Laartz schwor Klapproth auf das Überleben im Dschungel ein. Schriftstellerin Josephine Krüger (Franziska Esken) witterte in seinem Leben tragischen Stoff. Bei General a. D. Gröber (Annika Kwiring) hieß es strammstehen. Sängerin Fräulein Fieseltanz (Selena Soler Soler) kam stets zur unpassenden Zeit.

Den Vogel schoss Alina Büchmann in der Rolle des Schauspielers Eugen Rümpel ab, der mit seinem Sprachfehler die Lachmuskulatur kitzelte. Auch die kleineren Rollen waren trefflich besetzt. Kleinlaut musste Neffe Alfred (Sarah Schmies) am Ende zugeben, dass die vermeintliche Anstalt eine ganz gewöhnliche Pension war.

Am Samstag, 29. März, ist eine Wiederholung des Stücks in der AFG-Aula zu sehen. Die zweite Besetzung kommt dann zum Zuge. Beginn ist um 19 Uhr.

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