Primus-Dreizügigkeit auch in Halver in der Diskussion

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Christina Teipel-Pickelein (2. von rechts) und Meike Kümper übernehmen die Leitung der Erprobungsstufe von Siegfried Florian (links). Schulleiter Paul Meurer dankte ihm für das langjährige Engagement.

HALVER - Die Primus-Schule Schalksmühle trifft vermehrt auf Gegenwind aus den Nachbarkommunen. Auch die Halveraner Verantwortlichen verfolgen die Entwicklung genau.

Von Frank Zacharias

Bürgermeister Dr. Bernd Eicker bestätigte auf AA-Anfrage, dass ihm ein Schreiben aus der Volmegemeinde vorliegt, in dem die Stadt um Unterstützung der Dreizügigkeit gebeten werde. Wie Halver auf diesen Wunsch reagiere, wollte Eicker am Mittwoch allerdings noch nicht sagen.

Stattdessen verwies der Bürgermeister auf noch laufende Gespräche mit den Fraktionsspitzen, die in den Entscheidungsprozess miteingebunden werden sollen. Heute will sich Bernd Eicker zum weiteren Vorgehen in dieser Frage konkret äußern.

Dass die Zukunft der Primus-Schule auch für die Nachbarkommunen von Interesse ist, wurde erst am Dienstagabend in Lüdenscheid deutlich. Dort setzte sich der Lüdenscheider Schulausschuss mit der neuen Schule kontrovers auseinander. Die Verwaltung der Kreisstadt will eine Beschulungsvereinbarung, die gemeinsam mit der Volmegemeinde geschlossen wurde, kündigen, da sie eine Schwächung des Schulstandortes Lüdenscheid befürchtet. Zu viele Lüdenscheider Schüler würden nach Schalksmühle abwandern. CDU und SPD teilten diese Sorge allerdings nicht: Der Schulausschuss der Bergstadt lehnte den Beschlussvorschlag der Verwaltung in der Folge mehrheitlich ab.

Nach AA-Informationen sind ähnliche Folgen auch in Halver zu befürchten. Demnach ist ein Großteil der Schalksmühler Schüler, die vormals im fünften Jahrgang des Anne-Frank-Gymnasiums erwartet werden konnten, bereits an der Primus-Schule angemeldet worden. Im Rahmen eines Pressegesprächs zum bevorstehenden Tag der offenen Tür am 28. November gab sich AFG-Schulleiter Paul Meurer am Mittwoch allerdings entspannt, da diese Meldungen keinen verbindlichen Charakter besäßen: „Jeglicher Druck in Schalksmühle ist nun aufgehoben. Die Primus-Schule kommt. Jetzt liegt es in der Verantwortung der Eltern, nach dem Halbjahr zu entscheiden, auf welche Schule sie ihr Kind tatsächlich schicken.“ Das Schalksmühler Modell bezeichnete Meurer als „Gesamtschul-Versuch“, der sich erst noch beweisen müsse. Dabei verwies er auf eine Aussage der Landesschulministerin Sylvia Löhrmann, die jüngst betont habe, anhand der Primus-Schulen beobachten zu wollen, „welche Auswirkungen das längere gemeinsame Lernen unter diesen besonderen Bedingungen auf das Lernverhalten, die Leistungsentwicklung und das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler hat“.

„Es sind weiterhin alle eingeladen, sich bei uns anzumelden. Wir wollen nicht, dass Wege zwischen den Orten zugeschüttet werden.“ Insofern kommt einmal mehr dem Tag der offenen Tür des AFG am kommenden Donnerstag eine besondere Bedeutung zu. Und der wird sich von den vorherigen Veranstaltungen etwas unterscheiden, wie Meike Kümper erklärt, die künftig gemeinsam mit Christina Teipel-Pickelein die Leitung der Erprobungsstufe übernehmen wird: „Wir werden auch den Eltern ein Programm bieten. Die verschiedenen Fachschaften werden sich etwa mit Aktionen und Demonstrationen vorstellen“, so Kümper. Daneben haben auch die Schülervetretung und die Elternpflegschaft ihre aktive Teilnahme am Tag der offenen Tür zugesagt. Mit Blick in die Nachbarschaft betonte Christine Teipel-Pickelein: „Uns kann man an diesem Tag schon anfassen. Uns gibt es schon.“ Ein besonderes Ereignis wird der Tag für Siegfried Florian sein: Der Lehrer hat die Entwicklung des AFG in ein grundständiges Gymnasium maßgeblich begleitet, geht allerdings bald in den Ruhestand und wird die Besucher ein letztes Mal als Erprobungsstufenleiter begrüßen.

Der Tag der offenen Tür am AFG findet am 28. November von 17 Uhr bis etwa 19.30 Uhr statt und beginnt in der Aula der Schule.

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