Ortstermin am Donnerstagmorgen geplant

Ärger am Pestalozziweg: Eltern ist Baustelle ein Dorn im Auge

Der Pestalozziweg ist wegen Bauarbeiten für die neue Awo-Kita unterbrochen. Schüler müssen bis Oktober einen Umweg gehen. Eltern versammeln sich deshalb heute Morgen am Schulzentrum, um auf die Situation – vor allem für die neuen i-Dötze – aufmerksam zu machen.
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Der Pestalozziweg ist wegen Bauarbeiten für die neue Awo-Kita unterbrochen. Schüler müssen bis Oktober einen Umweg gehen. Eltern versammeln sich deshalb heute Morgen am Schulzentrum, um auf die Situation – vor allem für die neuen i-Dötze – aufmerksam zu machen.

Halver - Zum Schulstart nach den Ferien begannen die Bauarbeiten für die neue Awo-Kita auf dem Sportplatz am Mühlenstraße. Dass dafür ein Fußweg stückweise gesperrt wurde, sorgt für Aufregung bei einigen Eltern. Die Gründe für die Sperrung sind für Stadt und Schulleitung jedoch indiskutabel. 

Mit Beginn der Arbeiten für die neue Awo-Kita begann auch wieder der Unterricht in den Schulen – für einige Schüler der Regenbogenschule am Pestalozziweg zum ersten Mal. Die Arbeiten für die neue Awo-Kita sind dort auf dem Sportplatz in vollem Gange. Das sorgt für Unmut bei einigen Eltern.

Normalerweise würden einige Schüler den Pestalozziweg nutzen, um zur Schule zu gelangen. Dieser reine Fußweg verläuft ab der Goethestraße/Ecke Lessingstraße entlang des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) und der Tartanbahn bis zur Regenbogenschule. Der Weg wurde aber aufgrund der Bauarbeiten zum Teil gesperrt und ist damit nicht mehr durchgängig begehbar.

Von der Schule kommt man bis zur Leibnizstraße durch. Dann muss man auf die Goethestraße ausweichen.

Bevor es mit dem Bau des Gebäudes der neuen Kindertagesstätte losgeht, wird zunächst die erforderliche neue Zufahrtsstraße gebaut. Dafür wurden im Vorfeld fünf Bäume gefällt. Jetzt haben die Bagger freien Zugang, um die ersten Arbeiten für die Straßenerweiterung durchzuführen. Erweitert wird die Leibnizstraße, die momentan noch in einem Wendehammer endet. Sie wird jedoch keine Durchfahrtsstraße, sondern dient der Anfahrt zur neuen Kita und den anliegenden Parkplätzen, die entstehen sollen. Zwischen der Leibnizstraße und dem Sportplatz liegt der Pestalozziweg.

Sperrung der Leibnizstraße - Eltern wollen auf Schulkinder aufmerksam machen

In Verlängerung der Leibnizstraße ist ein circa fünf Meter langes Stück des Fußwegs gesperrt. Die Schüler müssen daher einen Umweg gehen. Zur Auswahl steht entweder die Goethestraße, die sie bis zur Leibnizstraße laufen können und an deren Ende ein Zugang für die Fußgänger geöffnet ist oder der Weg bis zur Schillerstraße und dann weiter zur Schule. Wer die Umleitung, die parallel zum Fußweg verläuft, umgehen will, kann auch die Mühlenstraße nutzen. Dort herrscht mehr Verkehr.

Eltern von Schülern, die die Regenbogenschule besuchen, können nicht verstehen, warum der Fußweg gesperrt ist. Heute Morgen wollen sich einige von ihnen versammeln und bei dem Ortstermin darauf aufmerksam machen, wie unsere Redaktion erfahren hat. Aber lässt sich an der Situation überhaupt etwas ändern?

Grund für die Sperrung ist die Baustelle für die neue Awo-Kita auf dem Sportplatz an der Mühlenstraße. Hintergrund ist aber auch, die Schüler vor Gefahren zu schützen

Auf AA-Anfrage bei Bauamtsleiter Michael Schmidt im Rathaus wird klar: Der Pestalozziweg bleibt bis Oktober gesperrt. Die Thematik wird Schüler und Eltern noch eine gewisse Zeit beschäftigen. Einen provisorischen Weg hält Schmidt für ausgeschlossen und lässt nicht unerwähnt, dass die Baustellenabsperrung bereits in der vergangenen Woche häufig übergangen wurde. Dass Kabelbinder, die Bauzäune miteinander verbinden, aufgeschnitten wurden, um die Absperrung zu umgehen, bestätigen auch die Mitarbeiter der Baustelle vor Ort. Auch Anwohner sagen, dass sie immer wieder beobachtet haben, dass die Absperrung übertreten wurde. Am Wochenende wurde zudem von bisher Unbekannten ein Bagger der Baustelle mit Graffiti besprüht, die Scheibe eingeschlagen und das Schloss zerstört. Ein Schaden in Höhe von 3000 Euro sei entstanden, heißt es vonseiten der Baustellenmitarbeiter. Der Bagger brauche jetzt eine neue Tür und stehe bis dahin auf der Baustelle still – überdeckt mit einer Plane, um ihn vor Regen zu schützen.

Um jede Baustelle gehört ein Sicherheitsabstand

Der Stadt Halver ist es ernst, sagt Michael Schmidt. Hintergrund der Absperrung ist, dass die Baustelle – wie jede andere auch – nicht betreten werden darf und dass die Stadt die Kinder vor Gefahren schützen möchte. Schon in wenigen Tagen geht es weiter mit schwerem Gerät, sagt Schmidt. „Keiner kann den Weg dann mehr passieren.“ An diesem Knotenpunkt werde in den kommenden Wochen intensiv gearbeitet.

Wenn die neue Zufahrtsstraße fertig ist, wird es einen Fußgängerüberweg an der Stelle geben, die momentan gesperrt ist. Die Fahrbahnbreite, eine Schranke und Stopp-Schilder sollen den Verkehr verlangsamen.

Die Arbeiten an dieser Stelle seien alleine schon aufgrund der im Wendehammer verlegten Leitungen unumgänglich. Und mit dem Bau der Kita kann erst begonnen werden, wenn die Straße erstellt wurde. „Sonst müssten die Bagger über den AFG-Schulhof fahren“, sagt der Fachbereichsleiter. Dass die Sperrung ärgerlich ist, sei „ganz klar“, ändere aber nichts.

Die Schulleiterin der Regenbogenschule, Petra Schreiber, kann die Aufregung einiger Eltern nicht verstehen. An sie wurde jedoch noch keine Beschwerde in diese Richtung herangetragen. „Es gibt Dinge im Leben, die müssen sein, weil sie einfach sein müssen“, sagt sie. Dass zu Baustellen ein Sicherheitsabstand eingehalten werden muss, sollte keine Debatte auslösen – „erst recht nicht, wenn es um kleine Kinder geht“.

Lösungsvorschlag 

Petra Schreiber hat nun auf eine Idee von Michael Schmidt reagiert und das Tor am Schulhof der Regenbogenschule zum Lern- und Begegnungszentrum geöffnet – zum Schulbeginn und Schulende. „Während des Unterrichts bleibt es abgeschlossen“, betont die Schulleiterin. So können Eltern auch vom AFG-Parkplatz aus ihre Kinder zur Schule bringen. Der Pestalozziweg bleibt bis Oktober gesperrt. Danach wird die Baustelle auf den Schotterplatz verlegt und der Fußweg ist wieder begehbar. Weil die Zufahrtsstraße in Zukunft über den Pestalozziweg führt, ist als Verkehrssicherung ein Fußgängerüberweg in die Planung mit aufgenommen worden. Eine Schranke wird die Zufahrt regulieren. Stopp-Schilder und eine Fahrbahnbreite von drei Metern sollen die Geschwindigkeit an der Stelle gering halten. Anstatt sich über die Umleitungen, die die Baustelle mit sich bringe, zu ärgern, solle man sich auf die neue Kita freuen, die für das Quartier eine große Bereicherung sei, meint Michael Schmidt.

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