Bewährungsstrafe für Halveraner nach Schlägen mit Eisenstange

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Ein Automechaniker aus Halver erhielt eine Bewährungsstrafe von acht Monaten.

Halver - Alle Unschuldsbeteuerungen des Angeklagten halfen nichts: Nach der Vernehmung weiterer Zeugen in der Fortsetzungsverhandlung zeigte sich Richterin Kristina Thies überzeugt, dass ein 60-jähriger Automechaniker aus Halver einem 38-jährigen Kunden am 11. Januar 2017 durch zwei Schläge mit einer Wagenheberstange eine schwere Platzwunde am Kopf zugefügt hatte.

1000 Euro an Kinderschutzbund Wegen gefährlicher Körperverletzung kassierte der Angeklagte eine Haftstrafe von acht Monaten, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss der Angeklagte eine Geldbuße von 1000 Euro an den Kinderschutzbund zahlen. Die Richterin verwies auf die „enorme Gefährlichkeit“, mit einer Eisenstange auf den Kopf zu schlagen.

Aus ihrer Sicht hatte der Angeklagte eine Geschichte zu viel erzählt, wie es zu dem angeblichen „Unfall“ des Zeugen gekommen sei: In der einen Version hatte der enttäuschte Alfa-Romeo-Fahrer aus Hagen selbst zu der Stange gegriffen, und der Angeklagte hatte sich „nur gewehrt“. In der zweiten Version hatte der Angeklagte die Stange zur Abwehr eines Angriffs des Zeugen ergriffen. „Es gab Widersprüche in den Aussagen des Angeklagten“, hielt die Richterin fest.

Hintergrund des Streits zwischen den beiden Männern war der angeblich nur schleppende Umbau des Alfa Romeo. Aus bis zu drei Monaten waren sieben bis acht geworden, was den Eigentümer des PS-starken Fahrzeugs erboste. Der Zeuge hatte beim ersten Verhandlungstermin zugegeben, dass er sich bei dem Streit verbal ein bisschen zu weit aus dem Fenster gelehnt habe.

Sein freimütiges Bekenntnis, dass er in seinem Leben viel Mist gebaut habe, ließ eine auf seinen Vorstrafen beruhende Diskreditierung durch den Anwalt des Angeklagten ins Leere laufen. Sowohl Amtsanwältin als auch Richterin sahen die Schilderung des verletzten Zeugen als schlüssig und glaubwürdig an. Dazu kamen noch weitere Zeugen, die eher die Version des Alfa-Romeo-Fahrers stützten.

Der Verteidiger sah seinen Mandanten hingegen als das Opfer einer ungerechtfertigten Anklage und beantragte einen Freispruch: „Die ganze Aktion ist ein Rachefeldzug des Zeugen.“ Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

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