„Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten“

Miél Hellerforth war die jüngste Musikerin und bot auf der Blockflöte barocke Verzierungskunst à la Gottfried Finger.

HALVER - Auf Klavier, Querflöte und Blockflöte geleiteten Schülerinnen und Schüler der Musikschule Volmetal in Halver ihre Zuhörer im Kulturbahnhof musikalisch ins neue Jahr. Gut besucht war das kleine, feine „Konzert zum neuen Jahr“, das Bezirksleiterin Elisabeth Manns mit Worten von Aristoteles - „Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten“ - eröffnete.

Ein abwechslungsreiches Programm mit Ohrwürmern aus mehreren Jahrhunderten hatten die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen aus den Instrumentalklassen von Vera Frings (Klavier), Kathrina Frisch (Querflöte) und Elisabeth Manns (Blockflöte) für den Abend zusammengestellt. Als Jüngste im Reigen der Ausführenden brachte die achtjährige Miél Hellerforth (Blockflöte) den Konzertbesuchern - unter ihnen Ehrenbürger Werner Turck und Martin Witscher als Vertreter der Stadt Meinerzhagen - barocke Verzierungskunst à la Gottfried Finger nahe.

Mit zwei Sätzen aus dessen G-Dur Sonate stimmte sie auf einen anregenden Konzertabend ein. Mit ihrem anspruchsvollen „Jugend musiziert“-Programm erfreute die junge Pianistin Celine Hamm, die - ausgesprochenes Pech - in der Vorwoche krankheitsbedingt nicht zum Regionalwettbewerb in Lüdenscheid antreten konnte, die große Runde. Stilsicher brachte sie eine heitere Sonatine von Muzio Clementi und die bekannte Ragtime-Adaption „Le petite Négre“ von Claude Debussy zu Gehör.

Mit Yann Tiersen und Ausschnitten aus dem Soundtrack des Films „Die fabelhafte Welt der Amelie“ meldete sich die Moderne zu Wort. Jasmin Giesler (Klavier) fing den besonderen Musikstil des französischen Multi-Instrumentalisten zwischen Folk, Chanson, Rock und Pop ein. Viel Gefühl legte Felix Seyfried (Klavier) in die Umsetzung des George-Weiss-Titels „Can’t help Falling in Love“, den Elvis Presley weltberühmt gemacht hatte.

Gleich dreifach glänzte Daniel Tancev mit klangschönen Werken, virtuoser Spieltechnik und Ausdruckskraft. Zum Minimalisten Ludovico Einaudi, Edvard Grieg und Zwergen der nordischen Sagenwelt sowie Debussy, dessen Prélude aus „Pour le piano“ vor Vitalität sprühte, führte der Weg des hoch begabten Pianisten.

Beim Flötenlehrer Friedrichs des Großen, Johann Joachim Quantz, machte das Blockflötentrio Heidi Viebahn, Dorothea Kurz und Elisabeth Manns Halt. In drei Sätzen aus der Sonate F-Dur op. III, Nr. 6 offenbarte sich gehobene höfische Musikkultur. Galanter Unterhaltungsmusik im besten Sinn frönten auch Dorothea Bäurle und Kathrina Frisch (Querflöte), die sich kunstvoll einem verspielten Allegro aus einer Sonate des Mozarts-Freunds Franz Anton Hoffmeister widmeten. Vor jedem Beitrag stellte Elisabeth Manns Komponisten und Werke vor. Die Bewirtung übernahm der Konzertbesucher hatte der Förderverein der Musikschule übernommen. - Monika Salzmann

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