Megamäßig Bock auf Gott

Zum Abschluss der christlichen Jugendwoche im Missionszelt machten die überwiegend jungen Zuhörer noch einmal Party vor der Bühne zur christlichen Rockmusik. - Fotos: Krumm

Halver - Die Jungs freuten sich: „Nach sechs Jahren sind wir mal wieder zuhause“, stellte Chris Schönnenberg, Leadsänger der christlichen Rockband „Normal ist anders“ fest. Zum Abschluss der christlichen Jugendwoche im Missionszelt neben dem Rathaus gab die Band mit Sauerländischen Wurzeln am Samstagabend noch einmal alles.

Und die Besucher strömten, ließen sich rocken und machten Party vor der Bühne. Neben Sänger Chris Schönnenberg besteht die Band, die ihren Mittelpunkt mittlerweile in Marbach am Neckar hat, aus seinem Bruder Frederic (Gitarre), Sebastian Pioch (Bass) und Simeon Drescher (Schlagzeug).

„Die sind noch verrückter als die gestern“, bemerkte eine ältere Besucherin, die sich in mittlerem Abstand von der Bühne hielt. Wie ein Berserker turnte Chris Schönnenberg über die Bühne - die harten Rockrhythmen lassen viel von dem untergehen, was die christliche Botschaft der Band ausmachen soll.

Viele Texte sind konstruktiv zweideutig: „Ich such’ dich“, verkündet Chris und spricht über Versöhnung: „Habt ihr schon mal jemanden verletzt?“ - jemanden dadurch verloren, gesucht und wiedergefunden? Doch „Ich such’ dich“ kann auch eine ganz andere Suche sein - jene nach Gott.

„Wir haben megamäßig Bock auf Gott“, verkündete Chris Schönnenberg und fragte am Ende ins Publikum, wie es um dessen religiöse Gesinnung bestellt ist: „Wer hat von euch megamäßig Bock auf Gott? Willkommen im Club!“ Laut und zu allem entschlossen gaben sich die Musiker.

Doch dann ging es gewissermaßen in die A-capella-Abteilung. Bassist Fred Schönnenberg legte die E-Gitarre ab, griff sich die akustische Gitarre und begleitete seinen Bruder, dessen Stimme zum ersten Mal wirklich hörbar wird: „Du bist ein schlafender Gigant“, verkündete er, „ein suchender Mensch, der seinen Platz noch nicht gefunden hat“. Ein Mensch in der Krise? „Du bist ein glaubender Mensch, der am Abgrund steht - deshalb bitte ich dich steh’ auf!“

Zweifellos kommt die damit verbundene Botschaft, einzigartig zu sein, gut an beim jungen Publikum. Und wer mag, kann die gute Nachricht hören: „Gott wartet auf dich!“ Eigentlich sei er immer schon da, lautet die Ansage. „Ich will so sehr, dass du mein Herz berührst. Ich will dein Feuer spüren, dass in mir verborgen liegt“, singt Chris. Und: „Ich bin hypnotisiert.“

Zwischen lauter Musik und Verkündigung gab es dann doch noch eine ganz irdische Erinnerung an die alte Heimat: „Es gibt ein Wort aus dem Sauerland, das wir vermisst haben: „Woll, wonnich?!“

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