Corona: Distanzunterricht in Halver

Abitur & ZP 10: Schulen blicken mit Sorge auf Abschlussklässler

Abiturprüfung unter Corona-Bedingungen
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Abschlüsse: Wie werden die Prüfungen in den Schulen ablaufen? Was passiert, wenn Schüler in Quarantäne sind, wenn sie eigentlich an der Klausur teilnehmen müssen? Offene Fragen halten sich die Waage mit gar keinen Stellungnahmen seitens des Ministeriums.

Die Schulen bleiben auch nach den Osterferien am Montag für vorerst eine Woche im Distanzunterricht. Das hat das die NRW-Landesregierung am Donnerstag entschieden. Überrascht sind die Schulleiter in Halver nicht.

Halver –“Es ist entschieden und wir setzen es um“, sagt Paul Meurer und setzt einen Punkt. Der Leiter des Anne-Frank-Gymnasiums möchte das nicht bewerten. Das AFG habe immerhin keine Probleme mit dem Distanzunterricht, die digitalen Möglichkeiten hat die Schule ohnehin problemlos nutzen können.

Gedanken macht sich Paul Meurer derzeit nur noch um die Abiturienten. „Das Abitur hat jetzt Priorität.“ Ein genaues Konzept erarbeitet die Schule noch, Meurer kann sich aber in diesem Jahr nicht vorstellen, die Schüler in einer Sporthalle oder Aula die Prüfungen schreiben zu lassen. Vielmehr schweben ihm Gruppen aus zehn Schülern vor, die in den Klassen mit genügend Abstand zueinander schreiben. Das bedeute aber auch, dass mehr Lehrpersonal notwendig wird. „Ich hoffe, dass wir mehr Ruhe durch Impfungen bei Lehrern reinbekommen“, sagt Meurer. Auch sie hätten stets ein ungutes Gefühl, wenn sie im Präsensunterricht sind.

Was, wenn Abiturienten in Quarantäne sind?

Befürchtung, die sich hoffentlich nicht bewahrheiten, hat Meurer auch dahingehend, dass sich Abiturienten an den Prüfungsterminen in Quarantäne befinden könnten. Wie man damit dann umgeht, ist noch völlig unklar. Während der Ablauf des Abiturs in aller Munde ist, kann Reiner Klausing nicht verstehen, dass es noch keine Rückmeldung aus dem Schulministerium hinsichtlicher Abschlussprüfungen der Zehner gegeben hat. Der Leiter der Humboldtschule sagt klar: „Wir erwarten eine Position.“ Und die muss rechtzeitig kommen. Mindestens zwei Wochen Vorbereitungszeit wären nötig, um eine Prüfung zu konzipieren.

Gefordert wird von den Schülern, mit Unterstützung der Lehrer, dass die Zentralen Abschlussprüfungen (ZP 10) von den Lehrern der Schüler gestellt werden dürfen. „Unabhängig davon, wie gut oder schlecht eine Schule den Unterricht gestaltet hat, ist das alles nicht vergleichbar mit dem, was Schule sonst leistet.“

Die Sache mit den Selbsttests? „Spannend“

Wenn es ab übernächste Woche dann wieder zurück in den Präsenzunterricht gehen sollte, werden Selbsttests der Schüler verpflichtend sein. „Das wird spannend“, sagt Klausing. „Es gibt nicht unwesentlich vielen Menschen, die das nicht wollen.“ Wer sich jedoch nicht testet beziehungsweise nicht testen darf, weil es die Eltern entscheiden können, darf die Schule weiterhin nicht besuchen. Tests jedoch gibt es schon einmal genug.

Die Tests, die in der Woche vor den Ferien – wenn auch zu spät und am Ende von Polizeibeamten – geliefert wurden konnten aufgrund der plötzlichen Rückkehr in den Distanzunterricht nur zu einem kleinen Teil bei den Abschlussstufen genutzt werden. Diese durften und dürfen nach wie vor in die Schule kommen, um sich ausreichend auf die Prüfungen vorbereiten zu können. Auch am Freitag kam noch eine Lieferung von Tests im Rathaus an. „Wir haben jetzt mehr Tests als Schüler“, sagt Klausing. Ob sie gebraucht werden, müsse man abwarten. Der Fokus liegt auf den weiterführenden jetzt auf den Abschlussschülern. Auch von der Landesregierung hätte man sich das gewünscht.

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