Jung, Boucke: Sozialplan steht

Der Sozialplan für Jung, Boucke ist ausverhandelt. Die Mitarbeiter werden möglicherweise lange auf die Abfindung warten müssen.

Halver -  Der Sozialplan bei Jung,Boucke ist ausgehandelt. Die Arbeitnehmerseite hat unterschrieben. Das Plazet des Insolvenzverwalters sei Formsache, so Betriebsratsvorsitzender Klaus Zeisler zum Sachstand der Traditionsschmiede.

Damit ist der Weg frei für die Kündigungen, die jetzt annähernd 180 Beschäftigten ins Haus steht. Wie viele Mitarbeiter noch für dieAusproduktion benötigt werden, ist noch nicht endgültig klar. „Es gibt noch Kunden, die Teile bekommen“, weiß Zeisler um die Auftragslage.

Mit dem Abschluss des Sozialplans ist klar, dass für eine Auffanggesellschaft kein Geld vorhanden ist. Die verfügbaren Mittel fließen in die Abfindungen, die das zweieinhalbfache des Monatslohns betragen werden. Die schlechte Nachricht für die Beschäftigten ist: Es sei überhaupt nicht abzusehen, wann das Geld fließt. Zunächst müsse die Insolvenz abgeschlossen sein, erläuterte Zeisler. Dieser Prozess könne sich auch über mehrere Jahre hinziehen.

„Sehr gefasst“

In der Betriebsvversammlung vom vergangenen Mittwoch hätten die Kollegen die Informationen „sehr gefasst“ aufgenommen, gibt der Betriebsratsvorsitzende die Stimmung wieder. Fragen aus den Reihen der Belegschaft seien zur technischen Abwicklung gestellt worden. Doch er gehe davon aus, dass viele die Situation noch gar nicht verinnerlicht hätten. Er schließe sich selbst davon nicht aus. Er arbeite selbst seit 39 Jahren bei Jung, Boucke. „Das konnte man sich nie vorstellen.“

Konkret bedeutet das, dass in der kommenden Woche das Arbeitsamt mit einem Team ins Unternehmen kommt, damit die Beschäftigten sich als arbeitssuchend registrieren lassen können. So werde vermieden, dass die Kollegen nach Lüdenscheid fahren und möglicherweise lange auf den Fluren der Agentur warten müssten. Wer noch nichts Neues gefunden hat, bezieht ab 1. November Arbeitslosengeld.

Abschiedstreffen

Ganz sang- und klanglos werden die Beschäftigten am 30. Oktober nicht nach Hause gehen. Ab 14 Uhr, Ende der Frühschicht, lädt der Betriebsrat alle aktuellen Kollegen, aber ausdrücklich auch Ehemalige in die Feinstanzhalle am Langenscheid ein. Bei einem Bier und einem Imbiss sollen sie die Möglichkeit haben, miteinander über das Erlebte und vielleicht Ziele und Perspektiven für die Zukunft zu sprechen.

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