Stellplätze statt Schrottimmobilien

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Halver - Aus den innerstädtischen Schandflecken am Bächterhof und an der Marktstraße werden Stellplätze. Seit gestern räumen Bagger und Arbeiter die Schundimmobilien ab, die ehedem Kino, Tanzsaal und Kegelbahn beherbergten.

Etwa 35 Parkplätze sollen nach dem Abbruch bis etwa Mitte nächsten Jahres dort entstehen. Der Architekt Stefan Czarkowski und der Immobilienunternehmer Christos Kontoyannis, beide mit ihren Büros am Haus Marktstraße 7 ansässig, werden die Parkplätze auf zwei Ebenen zum Teil selbst nutzen, zum Teil weitervermieten.

Zwei Zufahrten entstehen dazu neu: eine von der Marktstraße aus auf die sogenannte Ebene 0, die zweite vom Bächterhof auf der Ebene -1. So wollen die Eigentümer, die das Gebäudeensemble im Frühjahr erworben haben, den Höhenunterschied im Gelände ausgleichen.

Neues Entrée zur Innenstadt

Mit Abriss und Neubau werde sich das Entrée in die Innenstadt komplett verändern, erwartet Czarkowski. Statt der früheren Brandruine am Bächterhof werde man durch eine luftig gestaltete Fassade in die dahinter liegenden grünen Gärten blicken. Die Baulücke zwischen den Bestandsbauten wird geschlossen und die Fassade der vorhandenen Gebäudeflucht angeglichen.

Und mit dem kompletten Verschwinden des Hauses Marktstraße 5 entsteht mit der Aufweitung des Eingangsbereichs zu den Büros und der Zufahrt zum Parkdeck ein deutlich aufgelockerter Fassadenbereich an der Marktstraße. Auch darum ging es Kontoyannis und Czarkowski bei dem Projekt, dass man „unter betriebswirtschaftlichen Gesichtpunkten nie hätte anfassen dürfen“, wie sie offen sagen. Renditeerwartungen aus der Bewirtschaftung von Parkraum seien angesichts der Größenordnung der Investition unrealistisch.

Doch das bislang vorhandene Umfeld sei für ein Architekturbüro alles andere als Werbung, sagt der Architekt. Und die Errichtung einer Fassade sei zwar funktional unnötig, „aber eine Frage der Berufsehre“. Voraussetzung für das Vorhaben war gewesen, beide Alt-Immobilien gleichzeitig zu erwerben. So beginnt der Abriss am Bächterhof, um danach das Gebäude an der Marktstraße von der Rückseite aus anzugehen. Für einen Frontalangriff von der Marktstraße aus hätte es einer längeren Sperrung bedurft. So hofft man, mit kurzfristigen Behinderungen des Verkehrs auszukommen.

Fünf Monate für Neubau

Etwa fünf Monate Bauzeit werde man nach dem Abbruch benötigen, schätzen die Halveraner, die auch der Stadt etwas Gutes tun wollen, wie sie sagen. Passanten sehen das offenbar ähnlich. In Gruppen beobachten die Bürger den Abbruch der Gebäude, die seit vielen Jahren als stadtbildstörend empfunden werden.

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