Abbiegeverbot am Langenscheid auf Prüfstand

Nachdem der Kreisel in Betrieb genommen wurde, stehen auch in Sachen Vorwegweiser und Langenscheid-Einmündung (links) Änderungen an. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Genau einen Monat nach Eröffnung des Kreisverkehrs an der Von-Vincke-Straße zieht das Straßenverkehrsamt des Märkischen Kreises eine positive Zwischenbilanz: Die neue Verkehrsführung bewähre sich. Dabei könnte es bald auch einen Durchbruch für die Anwohner des Langenscheids geben, die bislang nicht nach links auf die Von-Vincke-Straße abbiegen dürfen.

Wie im Zuge der Kreisel-Eröffnung erklärt worden war, sollte das Abbiegen zunächst verboten bleiben, da sich der Einmündungsbereich recht nahe an der Kreiselausfahrt befindet. „Die Gefahr liegt darin, dass Verkehrsteilnehmer, die bei der Ausfahrt in Richtung Innenstadt rechts blinken, Fahrer aus dem Langenscheid irritieren könnten“, sagt Joachim Pieper vom Straßenverkehrsamt des Märkischen Kreises. Insbesondere Fahrzeuge, bei denen sich der Blinker nicht rechtzeitig ausschalte, könnten den Eindruck erwecken, erneut nach rechts in den Langenscheid abbiegen zu wollen. Im Rahmen eines Ortstermins wollen sich Vertreter des Straßenverkehrsamts, des Landesbetriebs Straßen.NRW und der Kreispolizeibehörde nun den entsprechenden Bereich zu einer „Verkehrsstoßzeit“ anschauen. Anschließend soll über die künftige Abbiegeregelung am Langenscheid entschieden werden. Eine testweise Freigabe für Linksabbieger scheint durchaus möglich.

Doch nicht nur auf den Langenscheid blicken die Verkehrs-Experten seit der Eröffnung des Kreisverkehrs. Auch auf das richtige Verhalten in diesem muss immer wieder hingewiesen werden. „Ein Kreisverkehr kann zu Verkehrsspitzenzeiten nur dann funktionieren, wenn die Autofahrer beim Ausfahren aus dem Kreisel blinken“, erklärt Joachim Pieper. Denn: „Wer in den Kreisverkehr einbiegen will, erkennt nur dann, ob sich eine Lücke ergibt, die er nutzen kann“, so Pieper.

Immer wieder berichteten AA-Leser der Redaktion zuletzt von falschem Verhalten einiger Verkehrsteilnehmer: Diese blinken fälschlicherweise bereits bei der Fahrt in den Kreisverkehr, vergessen das Abbiegesignal bei der Ausfahrt aus diesem oder – auch das kommt beizeiten vor – setzen den Blinker nach links, wenn sie sich im Kreisverkehr befinden. Doch all diese „Fehlblinker“ seien, sagt Joachim Pieper, zum Glück eher die Ausnahme. „Vielleicht bei einem Prozent der Autofahrer gibt es noch Probleme.“ Mit der Zahl der Kreisverkehre wachse auch die Erfahrung mit eben diesen.

Aufhebung des Linksabbiege-Verbots aus dem Langenscheid, korrektes Verhalten im Kreisverkehr – fehlt zum vollkommenen Autofahrerglück nur noch eines: die richtige Beschilderung auf den Zufahrten zum Kreisel. Die lässt immer noch auf sich warten, wie Michael Overmeyer, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW, auf Anfrage unserer Zeitung einräumte. So weisen die Hinweistafeln auf der Umgehungsstraße oder auch an der Von-Vincke-Straße aus Richtung Innenstadt immer noch auf einen Kreuzungsbereich hin, der ein Links- oder Rechtsabbiegen vorsieht. „Die Schilder sind bestellt“, erklärte Overmeyer. Allerdings gebe es beim beauftragten Unternehmen aktuell Lieferengpässe. Insgesamt drei so genannter Vorwegweiser müssten installiert werden, für zwei davon müssten auf der Umgehungsstraße neue Fundamente gegossen werden – was selbst bei einer zeitnahen Lieferung Probleme bereiten könnte. „Wenn der Boden erst einmal gefroren ist, können wir da natürlich auch nicht ran“, so der Straßen.NRW-Sprecher. ▪ Frank Zacharias

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