A-cappella-Chor „Gregorianika“ zeigt Können in Christus-König-Kirche

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Der siebenköpfige A-cappella-Chor „Gregorianika“ präsentierte am Sonntag in der Christus-König-Kirche unter anderem einstimmige Choräle und Eigenkompositionen.

Halver - In stimmungsvoller Atmosphäre, bei Kerzenschein und Lichterglanz, tauchte die Gesangsformation „Gregorianika“ am Sonntag in der Christus- König-Kirche in die mystische Welt gregorianischer Gesänge – gestern und heute – ein.

A cappella, ohne jedwede Verstärkung, gelang dem siebenköpfigen Chor, der bereits zum dritten Mal in Halver gastierte, mit seinen geistlichen und weltlichen Liedern ein fulminanter Brückenschlag zwischen Mittelalter und Gegenwart.

In mehreren Sprachen verzauberten die Sänger aus Lemberg/Lviv in der Ukraine mit Stimmgewalt und äußerster Präzision bei ein- und mehrstimmigem Gesang. Mit stehenden Ovationen bedankten sich die begeisterten Zuhörer in der gut gefüllten Kirche bei den Ukrainern für die Darbietung.

Andächtiger Einzug in die Kirche

In Mönchsgewänder gehüllt, die Kapuzen tief in die Stirn gezogen und ein demütiges „Kyrie eleison“ (Herr, erbarme dich!) auf den Lippen, legte der Chor unter Leitung von Oleksiy Semenchuk mit seinem andächtigen Einzug in die Kirche den Grundstein für spirituelles Erleben.

Licht, das den Altarraum dezent, aber effektvoll beleuchtete, verstärkte die magische Atmosphäre. Bis ins 14. Jahrhundert reichten die Stücke zurück, die die Klangschönheit und Erhabenheit gregorianischer Gesänge – nach Papst Gregor I. (um 540 bis 604) benannt – eindrucksvoll zur Geltung brachten.

Choräle und Eigenkompositionen

Uralte, typisch einstimmige Choräle in lateinischer Sprache waren ebenso Teil des „In-Media-Res“-Programms der Ukrainer wie authentische, zeitgemäße Eigenkompositionen, die die von tiefer Frömmigkeit durchdrungene Welt des Mittelalters eindrucksvoll in die Gegenwart holten. Mit seiner dunklen, weithin tragenden Stimme führte Oleksiy Semenchuk durch ein Programm, das alle guten Zutaten für Unterhaltung auf höchstem Niveau besaß.

Nach dem Konzert verkauften und signierten die Chormitglieder ihre CDs.

Dass er weit mehr kann als die geistlichen Gesänge des Chors mit seiner warmen, volltönenden Bassstimme zu untermauern, die die Kirche mühelos bis in hinterste Winkel erfüllte, bewies Semenchuk als Solist. Nicht allein im „tiefsten Keller“, auch in höheren Tonlagen und zarten Klangwelten fühlte er sich dabei sichtlich zu Hause.

Tenöre mit starken Auftritten

Großen Anteil an der wohligen Stimmung hatten die beiden Tenöre des Chors. Voller Wärme und Innigkeit sangen Serhiy Rybyn („Knight in shining armour“) und Maksym Shpynda („Ora et labora“) ihre Partien. Mit ihren makellos schönen, reinen Stimmen, verzauberten die beiden Sänger ein ums andere Mal.

Ohne Schnörkel, in ruhigem, klarem Tonfall sang der Chor, dem außer den Genannten noch Taras Strokun, Vasyl Melnychuk, Petro Pavlinskyy und Bohdan Slipak angehören, seine alten und neuen Glaubenslieder.

Abstecher in die weltliche Literatur

Dann und wann erlaubten sich die Sänger gefühlvolle Abstecher in die weltliche Literatur. Der New-Age-Titel „Ameno“ mit seinem Pseudo-Latein, eine reine Fantasiesprache, gehörte ebenso dazu wie der Beatles-Song „Yesterday“ oder das Liebeslied „Mädchen am Fluss“ aus der Ukraine.

Auf Deutsch, mit dem Volkslied „Guten Abend, gut’ Nacht“ als Zugabe, verabschiedeten sich die „Mönche“ vom Publikum, das die spirituelle Reise, innere Einkehr gepaart mit Lebensfreude, genoss.

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