A-Capella in Halver

Linkin Park a cappella: Perfekter Abend mit Onair

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Halver - Linkin Park a cappella? Eine Herausforderung. Led Zeppelin und „Stairway to Heaven“ rein vokal – inklusive Gitarrensolo? Undenkbar. „Wir machen’s trotzdem“, meinte die a cappella Gruppe „Onair“ am Freitag in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums selbstbewusst – und gewann auf ganzer Linie.

Stürmisch feierten die Halveraner das fünfköpfige Ensemble aus Berlin, das zu den besten Vocal-Popbands weltweit zählt. Mit Standing Ovations, singend, tanzend und jubelnd, holte das begeisterte Publikum die fünf Gesangsartisten ein ums andere Mal auf die Bühne und forderte mehrere Zugaben ein. 

Erst nach dem dezenten Wink „Wir hatten einen langen Tag“ und einem gefühlvollen „Rausschmeißer“ mit Rio Reisers „Für immer und dich“ – ohne Mikro und jegliche Effekte gesungen – ließen die Zuschauer die Gäste aus der Hauptstadt, die jüngst beim Moskauer a cappella Festival einen 1. Preis gewannen, ziehen. Bis dahin war Party pur angesagt. 

Programm „Vocal Legends“ 

Ihren eigenen Vorbildern, Stimmen, die zum Lachen und Weinen brachten, spürte die Gruppe in ihrem dritten Programm „Vocal Legends“ nach. Exzellente, bis ins I-Tüpfelchen ausgefeilte Arrangements aus der eigenen Feder standen den großen Hits von Queen, Coldplay, Stevie Wonder, Michael Jackson, Herbert Grönemeyer und wie sie alle hießen, die unvergessenen Größen der Pop- und Rockgeschichte, in nichts nach. 

Einziges Hilfsmittel auf der Bühne: ein Loop-Gerät, mit dem sich zuvor Eingespieltes beliebig wiederholen ließ und die ohnehin schon unvergleichliche Stimmenvielfalt um ein Mehrfaches steigerte. Wie’s funktioniert, zeigte das Quintett, das stimmlich perfekt harmonierte, bei Estelle/Kanye Wests „American Boy“ Schritt für Schritt. 

In der Besetzung Jennifer Kothe (Sopran), Marta Helmin (Sopran), André Bachmann (Tenor), Patrick Oliver (Bariton/Beatbox) und Kristofer Benn (Bass) mischte „Onair“ – zuletzt vor drei Jahren in Halver mit dem ersten Bandprogramm zu Gast – den voll besetzten Saal auf. Intime Nummern wie Phil Collins gefühlvolle Ballade „Father to son“ und Herbert Grönemeyers trauriger Song „Der Weg“, in dem der Sänger die Trauer über den Tod seiner Frau zum Thema machte, gingen mit mitreißenden Nummern wie „Use somebody“ von Kings of Leon einher. Jeder war mal ausdrucksstarker Solist, mal Mitglied des vielstimmigen Backgroundchors. 

Perfekte Choreographie 

Auch die Moderation teilten sich die fünf hervorragend ausgebildeten Powersänger, die politisch klare Kante gegen Rassismus zeigten und sich für ein soziales Projekt in Indien stark machten, gleichwertig unter sich auf. Wenn es überhaupt Highlights herauszugreifen gilt, dann ohne Wenn und Aber „Stairway to Heaven“ mit Marta Helmin als Solistin. Grandios: ihr gesungenes Gitarrensolo. Auch die „Beatboxeritis“ mit Patrick Oliver, der das Maskottchen der Band – die „Butzekatze“ – vielsagend auf dem T-Shirt trug, war unschlagbar. Ein eindrucksvolles Lichtdesign, das punktgenau zur Stimmung der Lieder passte, und perfekt einstudierte Choreographien machten jede Darbietung zu einem Hit. Für den guten Ton sorgte Nicolai Plier. Für das Lichtdesign zeichnete Fabio Gatto verantwortlich.

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