Ärger mit Anhängern

73-jähriger Halveraner nach Insolvenz seines Unternehmens vor Gericht

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Am Amtsgericht Lüdenscheid stand kürzlich ein ehemaliger Geschäftsführer vor Gericht.

Halver/Lüdenscheid - Zwei Anhänger beschäftigten jetzt das Amtsgericht Lüdenscheid: Die Staatsanwaltschaft warf dem ehemaligen Geschäftsführer eines mittlerweile zahlungsunfähigen Zubehör- und Elektrohandels vor, nach der Insolvenz des Lüdenscheider Unternehmens zwei Firmenanhänger an sich gebracht und die Gläubiger dadurch geschädigt zu haben.

Tatsächlich waren die beiden Fahrzeuge über die Firma versichert gewesen, was den Insolvenzverwalter wohl misstrauisch gemacht hatte. Doch vor Gericht blieb nicht viel von den Vorwürfen übrig: Dass die beiden Hänger über die Firma versichert waren, habe nichts mit den Eigentumsverhältnissen zu tun gehabt, trug Rechtsanwalt Heiko Kölz im Namen seines Mandanten vor. „Die gehörten nie zur Insolvenzmasse.“ 

Wem aber gehörten die Hänger? Der 73-jährige Angeklagte aus Halver hatte im Ermittlungsverfahren unterschiedliche Angaben zu den Verhältnissen gemacht.

Nachfrage der Staatsanwaltschaft 

Die jüngste Version war, dass sich die Fahrzeuge im Besitz eines weiteren Unternehmens des Angeklagten befanden, aber ausschließlich privat genutzt wurden. „Warum gab der Angeklagte nicht an, dass sich die Anhänger im Besitz dieser Firma befanden?“, lautete eine Nachfrage der Staatsanwaltschaft . 

Entscheidend für den Ausgang des Verfahrens und den Verzicht auf eine aufwändige Klärung der offenen Fragen waren letztlich die Anhänger selber: Der erste Anhänger sei ein billiger Transporthänger gewesen, den er für 190 Euro in einem Baumarkt gekauft habe, erklärte der Halveraner. 

Privater Jagdstand

Der zweite Anhänger sei „Marke Eigenbau“ gewesen: Auf eine Grundlage aus „billigem Alu“ habe er einen Bock gebaut, damit er sich im Wald an unterschiedlichen Orten hinsetzen konnte, erklärte der Jäger seinen privaten Jagdstand. „Einen Wert gab es eigentlich nicht.“ 

Richter Thomas Kabus schaute auf den eher begrenzten Wert der Fahrzeuge und die noch wartenden Zeugen vor dem Gerichtssaal und schlug eine Einstellung des Strafverfahrens ohne Auflagen vor. Staatsanwalt und Angeklagter erklärten sich einverstanden.

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