Hartnäckiger Kampf zahlt sich aus

HALVER/HAGEN - Drei Polizeibeamtinnen bot die Wache in Halver am 10. April 2012 auf, um eine randalierende 63-Jährige aus Halver in den Gewahrsam der Station zu bringen. Die Frau weigerte sich, Kleidung und Schmuck abzulegen, blieb schreiend auf dem Boden liegen, stieß mit dem Kopf und beschimpfte eine Beamtin als „Blöde Kuh!“. So jedenfalls hielt es ein Urteil des Amtsgerichts Lüdenscheid fest, vor dem sich die Angeklagte am 6. Dezember verantworten musste.

Zuvor hatte sie einen richterlichen Strafbefehl nicht hinnehmen wollen, der sie wegen der Randale zu einer Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt hatte. Die Verhandlung vor dem Amtsgericht bestätigte jedoch die Geldstrafe.

Die streitbare Frau wehrte sich erneut gegen das Urteil und landete am Dienstag vor einer Berufungskammer des Landgerichts Hagen. „Es geht für mich um sehr viel“, hatte die Bezieherin von Hartz-IV-Leistungen zuvor das Gericht wissen lassen und um einen Pflichtverteidiger gebeten. Den allerdings gibt es erst ab einer Straferwartung von einem Jahr. So blieb sie allein auf der Anklagebank. Doch die Geldstrafe für die Randale in der Polizeiwache Halver verschwand auf andere Weise, und an diesem Punkt wird die Geschichte kompliziert: Ebenfalls am 6. Dezember 2012 war die Frau im Amtsgericht Lüdenscheid wegen Betruges zum Nachteil der Arbeitsagentur rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt worden. Dieses Urteil hätte zusammen mit dem Urteil wegen der Randale zu einer Gesamtstrafe zusammengefasst werden können, die nicht erheblich höher gewesen wäre als die Verurteilung wegen Betruges. Das erkannte die Berufungskammer an, und stellte das Verfahren wegen der Entgleisungen in Halver ein. Zahlen muss die fast mittellose Frau allerdings noch mehr als die 1350 Euro: Aus einer früheren Verurteilung steht noch eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 20 Euro aus. - thk

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