50-Prozent-Pfarrstelle in Oberbrügge

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Presbyter Roland Pfeiffer (links) und Superintendent Klaus Majoress bei der Gemeindeversammlung am Sonntag.

Oberbrügge - Nun ist es amtlich: In der evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge wird nach dem Ausscheiden von Pfarrer Werner Kenkel eine halbe Pfarrstelle besetzt. Das bedeutet ein Aufatmen in der kleinen Kirchengemeinde. Im Rahmen einer Gemeindeversammlung im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag konnte Presbyter Roland Pfeiffer die Urkunde präsentieren – ausgestellt von der Bielefelder Oberkirchenrätin Petra Wallmann.

Von Ursula Dettlaff

„Die Urkunde ist unbefristet“, fügte Pfeiffer hinzu. Angesichts der niedrigen Zahl von 1100 Gemeindemitgliedern sei es schon eine Besonderheit, dass die Landeskirche die 50-prozentige Pfarrstelle überhaupt frei gegeben habe. Den Grund für die Zusage aus Bielefeld sieht Superintendent Klaus Majoress in dem hohen ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder. „Es hat viel mit Ihnen zu tun“, sagte er.

Allerdings machte er auch deutlich: „Die Stelle zu besetzen wird die Aufgabe sein, die jetzt vor uns liegt.“ Bewerber bevorzugten Pfarrstellen in Ballungszentren. Diesen Trend beobachtet der Superintendent seit Längerem.

Als positiv hingegen werten alle Beteiligten den Umstand, dass am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg Bedarf zur Erteilung von evangelischem Religionsunterricht besteht – und zwar ebenfalls im Umfang einer halben Stelle.

Bestimmt wird der neue Pfarrer oder die Pfarrerin vom Presbyterium. Dieser Kreis, so erfuhren die Anwesenden gestern, habe bereits eine Stellenausschreibung abgefasst und werde sie in den kommenden Tagen mit Majoress abstimmen. „Dann könnte Ende Mai die Ausschreibung veröffentlicht werden“, sagte Majoress zum Zeitplan. Im Juni rechen man dann mit der ersten Sichtung der Bewerbern.

Nach Probepredigt und Probekatechese muss an zwei Sonntagen der Wahlgottesdienst abgekündigt werden. Sollte man sich auf einen Bewerber verständigt haben, folgt eine dreiwöchige Einspruchsfrist. Ist sie verstrichen, hat wiederum der neue Pfarrer oder die neue Pfarrerin zwei Wochen Zeit, den beruflichen Wechsel noch einmal zu überdenken. Dieser Wechsel, so schränkte Majoress ein, sei ebenfalls vermutlich nicht innerhalb kürzester Zeit zu vollziehen.

Dass also im Oktober, wenn Pastor Werner Kenkel in den Ruhestand geht, bereits sein Nachfolger auf der Kanzel steht, ist ein ehrgeiziges Ziel. Dank Pfarrer Thomas Wienand, dem Majoress ausdrücklich dankte, werden die “Übergänge“, wie Majoress es nannte, gelingen. Wichtig war dem Superintendenten allerdings, die Gemeinde schon jetzt darauf einzustimmen, dass eine halbe Pfarrstelle Veränderungen mit sich bringen wird.

„Jemand mit einer halben Stelle ist eben nicht zu 100 Prozent verfügbar“, unterstrich Majoress. „Morgens ist er oder sie in der Schule und das bedeutet, Reduzierung im Pfarrdienst.“ Zugleich betonte er die Wichtigkeit des Religionsunterrichtes an der Schule. „Dort erreichen wir die Jugend“, so Majoress. So wird in der evangelischen Kirche Oberbrügge wohl auch zukünftig verstärkt ehrenamtliches Engagement gefragte sein. Etwa in Form eines Lektorengottesdienstes. Klaus Böcker, langjähriger Presbyter, dankte im Namen aller Anwesenden Superintendent Klaus Majoress als Fürsprecher der kleinen Gemeinde bei der Bielefelder Landeskirche.

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