50 Prozent der städtischen Arbeitsplätze in Halver sind fürs Homeoffice gerüstet

Stadtverwaltung geht auch von zuhause

Homeoffice hält Einzug bei Firmen, Behörden und auch bei Journalisten.
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Homeoffice hält Einzug bei Firmen, Behörden und auch bei Journalisten.

„Das Ordnungsamt gehört auf die Straße. Und wenn es darum geht, den Personalausweis abzuholen, kann das eben nur persönlich passieren.“ Doch wo es möglich ist, setzt auch die Stadt Halver auf Homeoffice.

Auf Bundes- und Länderebene wird darauf gedrängt, durch die Arbeit von zuhause aus die Zahl der Kontakte zu reduzieren – sowohl am Arbeitsplatz wie auch im öffentlichen Nahverkehr. Doch wie geht ein Arbeitgeber wie die Stadt damit um? Homeoffice statt Amtsstube: Funktioniert das?

Offenbar ja, folgt man Bürgermeister Michael Brosch. Für 50 Prozent der Mitarbeiter bestehe die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten. „Damit ist die Quote recht gut“, sagt Brosch. Die Anbindung an den Heimarbeitsplatz erfolge zum Teil auch über sichere VPN-Tunnel. Über das virtuelle private Netzwerk ist es möglich, über das Internet sicher im Firmennetzwerk mit der dort vorhandenen Software zu arbeiten und zugleich Zugriff auf die Daten zu haben.

Alle Tätigkeiten ließen sich allerdings nicht auslagern, sagt Michael Brosch. Das gelte zumindest für Teilbereiche der oben genannten Bürgerdienste. Doch auch dort gelte: Aufgaben im Back-Office könnten auch in den eigenen vier Wänden wahrgenommen werden, das betreffe auch die Hintergrundarbeit im Ordnungsamt wie auch beim Meldewesen.

Datenschutz hat Vorrang

Voraussetzung für die Stadt wie auch in der freien Wirtschaft ist dabei, dass der Schutz personenbezogener Daten sichergestellt ist. Es müsse klar sein, dass Unterlagen und Rechner weggeschlossen werden können und niemand anders drankommt, „wenn der Familienbetrieb wieder hochläuft“, fasst Brosch die Rechtslage zusammen.

Einvernehmen ist Geschäftsgrundlage

Zum Homeoffice genötigt werde im Übrigen bei der Stadt Halver niemand: „Das Einvernehmen ist Geschäftsgrundlage.“ Ob und in welchem Umfang die Arbeit von zuhause aus sinnvoll und machbar sei, lasse sich auch kaum vorschreiben. „Die Mitarbeiter kennen ihren Arbeitsplatz und die Erfordernisse am besten“, sagt Brosch.

Geändert habe sich nach dem aktuellen Corona-Sachstand seiner Einschätzung nach aber die Beweislast. Wolle der Beschäftigte ins Homeoffice und der Arbeitgeber willige nicht ein, müsse nun der Arbeitgeber belegen, warum die Arbeit daheim nicht möglich sein soll. Aber nach wie vor könne die Firma – und auch das Rathaus – keinen Beschäftigten ins Homeoffice drängen.

Für sich selbst tendiert der Bürgermeister – wie eine Reihe von Kollegen im Rathaus auch – zu einer Mischform, einer Art Homeoffice hybrid: bei Bedarf einige Tage im Rathaus, einen Teil eben zuhause. Ihm persönlich komme entgegen, dass sein Amtszimmer seinen Bedürfnissen besser angepasst sei als der Arbeitsplatz daheim, doch ein Teil des Bürgermeister-Jobs fände tatsächlich auch zuhause statt.

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