Pfeiler liegen auf dem Feld verteilt

50 Leitpfosten einfach rausgerissen - eine Gefahr für Autofahrer

Leitpfosten Halver Christian Lange Straßen.NRW
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Christian Lange von Straßen.NRW hat am Dienstag alle Leitpfosten wieder aufstellen müssen. Um 8 Uhr hat er mit Anbruch der Helligkeit mit der Arbeit begonnen. Gegen 11 Uhr hatte er bereits 42 Pfosten wieder montiert – und es war noch kein Ende in Sicht.

Dinge passieren, die glaubt man kaum. An der Straße von Halver nach Anschlag wurden auf einer Seite alle Leitpfosten herausgerissen. Der Grund ist unklar. Es ist eine Gefahr für Autofahrer.

Halver – Etwa 50 Leitpfosten wurden an der Straße von Halver nach Anschlag herausgerissen. Sie lagen weit verteilt auf dem angrenzenden Feld. Erste Überlegung der Anwohner: der Winterdienst.

Aber bei unserer Nachfrage beim Bauhof sagt Leiter Klaus Ostermann: „Wir waren das nicht.“ Es könne zwar schon mal vorkommen, dass ein Schneeschieber einen Pfosten erwischt, oder er durch die Schneemassen in Schieflage gerät, aber entlang einer anderthalb Kilometer langen Strecke jeden Begrenzungspfahl mitzunehmen, ist sehr unwahrscheinlich, erklärt Ostermann.

Leitpfosten werden mit verschiedenen Systemen montiert. Erste Möglichkeit: Sie werden, wie auf diesem Bild, in eine Hülse, die im Boden befestigt ist, hineingesteckt..

Absichtlich entfernt

Die Pfosten wurden also bewusst aus ihren Verankerungen herausgerissen. Ganz so einfach ist das nicht, wie Christian Lange von der Straßenmeisterei von Straßen.NRW in Lüdenscheid erzählt. Es braucht schon etwas Kraft, um die Pfosten aus dem Stecksystem zu lösen. Möglich ist es aber.

Christian Lange trafen wir am Dienstag dabei, wie er die Pfosten wieder festmontierte. Weil es sich bei der K37 um eine Kreisstraße handelt, ist nicht der Bauhof der Stadt Halver, sondern Straßen.NRW zuständig. Um 8 Uhr begann Lange in Halver und arbeitete sich hoch in Richtung Anschlag.

Zweite Möglichkeit: Die Leipfosten werden in eine Hülse, die im Boden verschraubt ist, eingeklickt. Christian Lange hat solche Hülsen im Wagen als Ersatzteile dabei.

„Ich musste erst mal die Pfosten vom Feld einsammeln“, erzählt er im Gespräch. Seine Schuhe sehen dementsprechend aus. Für den Fall, dass Pfosten kaputt gegangen sind, hat er Ersatzteile in seinem Auto. Aber die meisten, sagt er, konnte er einfach wieder in den vorgesehenen Hülsen verankern.

Weitwurf: Da liegen die Leitpfosten noch auf dem Feld neben der K37 in Fahrtrichtung Halver.

Hat er mitgezählt? Ja. „Bis jetzt sind es 42“, sagt er und lacht. Innerhalb von drei Stunden steckte er sie alle wieder in den Straßenrand. Aber ein Ende war noch nicht in Sicht. Weitere Straßen mit Meldungen warteten noch auf ihn. Richtung Wipperfürth ging seine Tour weiter. Immer wieder musste er am Straßenrand anhalten und die Pfosten montieren.

Christian Lange: Da hatte jemand Langeweile

Es kommt schon mal vor, dass Leitpfosten wieder aufgestellt werden müssen. Es kann auch mal durch ein Räumfahrzeug passieren – das ist ihm beim Winterdienst sogar selbst schon passiert, erzählt Lange. Aber dass alle Pfosten entlang einer ganzen Straßenseite herausgerissen werden, kommt eher selten vor. Da hatte jemand Langweile, vermutet Lange.

Vandalismus kommt immer wieder mal vor.

Robin Scherbart von Straßen.NRW

Auch Robin Scherbart von der Niederlassung von Straßen.NRW in Herscheid sagt: „Vandalismus kommt immer wieder mal vor.“ Meistens allerdings nach einem Fest. Die Übeltäter findet man zwar nicht, aber man geht davon aus, dass sie auf dem Heimweg von Dorf zu Dorf mutwillig jeden Pfosten rausreißen. Nur dass es momentan keine Feste gibt, merkt Scherbart an. „Für uns ist das natürlich ärgerlich.“

Die Begrenzungen müssen schnell wieder aufgestellt werden. Sie dienen besonders bei Nebel, Schnee und Dunkelheit der Verkehrssicherheit und bieten Orientierung. Es war nicht das erste Mal und es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein, da ist er sicher.

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