Anklage

Vorwurf der Tiertötung

+
Justizvollzugsbeamter

Halver/ Lüdenscheid - Mit einem Gewehr soll ein Mann aus Halver zunächst einen Fischreiher per Kopfschuss und später noch einen Hasen jeweils ohne Grund getötet haben.

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz lautete dementsprechend der Vorwurf, dem sich der 50-Jährige im Amtsgericht Lüdenscheid stellen musste. Hinzu kam eine Anklage wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Alles zu Unrecht, regte sich der Halveraner im Gerichtssaal mächtig auf. „Ich habe selber Tiere. Ich bin tierlieb. Ich schieße nicht auf Tiere“, empörte sich der Angeklagte lautstark. 

Der Mann, der ihn angezeigt hatte, lüge. Er habe dem Anzeigenerstatter einen Job und damit eine Chance gegeben. Gedankt würde dem Halveraner das nun mit einem Gerichtstermin. „Das ist unglaublich. Es regt mich fürchterlich auf“, konnte der Angeklagte offenbar gar nicht fassen, was mit ihm passierte. 

Bei einer Durchsuchung beim Angeklagten waren Polizisten am 20. September vergangenen Jahres – nach den vorgeworfenen Tiertötungen – auf ein Federdruckgewehr und eine Stiftfeuerdoppelflinte gestoßen. 

Angeklagter ohne Waffenschein 

Für beide hätte der 50-Jährige einen Waffenschein, den er nicht hatte, benötigt – was der Angeklagte völlig anders sah. Eine der Waffen sei gar nicht funktionsfähig und für die andere bräuchte er keine Erlaubnis: „Die kann man einfach so im Laden kaufen.“ Ein Irrtum, wie ein Gutachter des Landeskriminalamts (LKA) feststellte. 

Der Anzeigensteller der Tierschutzvorwürfe sagte im Zeugenstand aus. Allerdings ganz anders als bei der Polizei. Dort hatte er damals angegeben, der Angeklagte habe ihn geschickt, das Gewehr zu holen. Dann habe der Halveraner dem Fischreiher direkt in den Kopf geschossen. 

Jetzt gab 52-Jährige plötzlich an, der Angeklagte habe den Vogel gar nicht getroffen. Und einen Schuss auf einen Hasen habe er auch nicht beobachtet. Nach dieser Aussage stellte das Gericht die Anklagepunkte bezüglich der Verstöße gegen das Tierschutzgesetz ein.

Geldstrafe von 30 Tagessätzen 

Für den Rest gab es für den bereits mehrfach Vorbestraften – dessen Eintragungen im Bundeszentralregister bereits weit zurückliegen – eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro. „3000 Euro kann ich nicht bezahlen. Ich bin Hartz-IV-Empfänger“, wurde der Mann wieder laut, als er die Strafe hörte. Heftig nach Luft schnappend kündigte er Berufung an – gegen die 450 Euro hohe Strafe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare