Haftstrafe 

Berufung ohne viel Erfolg: 40-Jähriger bekommt 14 Monate

+

Halver/Hagen - Endlich nach Hause durfte ein 40-jähriger Mann aus Halver nach seiner Berufungsverhandlung im Landgericht Hagen: Die 8. kleine Strafkammer änderte allerdings nichts an der vom Amtsgericht Lüdenscheid am 29. August verhängten Haftstrafe von 14 Monaten – ohne Bewährung.

Seit seiner Inhaftierung Ende Februar hatte der Angeklagte bereits fast neun Monate in Untersuchungshaft geschmort. Verteidiger Andreas Trode zog die Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts zurück, und im Gegenzug hob die Kammer den Untersuchungshaftbefehl gegen den 40-Jährigen auf. Er kann nun darauf hoffen, dass er in Freiheit bleiben darf und die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt wird.

Inzwischen gebe es Aussicht auf einen Arbeitsplatz, hieß es. Als der frisch Entlassene im Februar 2018 nach Halver kam, um sich ein neues Leben aufzubauen, hatte er bereits eine mehrjährige Haftstrafe hinter sich. 

Rückkehr ins Leben gestaltete sich schwierig

Als ehemaliger Strafgefangener fand er keine Wohnung, aber ein vorübergehendes Obdach bei Verwandten. Auch die Arbeitssuche scheiterte zunächst. Und so geriet er erneut auf die schiefe Bahn: In einem Verbraucher-Markt in Lüdenscheid wurde er mit gestohlenen Waren im Wert von rund 25 Euro erwischt. 

Der nächste Vorfall wog schwerer: Am 24. Februar 2019 wollte er nach dem Genuss von Alkohol und Tabletten und wegen der vorgerückten Uhrzeit – es war 5 Uhr – nicht zurück zur Verwandtschaft. Auf der Suche nach einem Schlafplatz stieß er auf das Telekommunikationsgeschäft Schöneborn an der Altenaer Straße in Lüdenscheid. Er schlug eine Scheibe ein und fand in den Räumen einen Schlüsselbund und mehrere gebrauchte Handys im Gesamtwert von etwa 500 Euro. Weitere technische Geräte hatte er für den Abtransport vorbereitet, als mehrere Streifenwagen auftauchten und die Polizei das Gebäude umstellte. 

Fluchtversuch übers Dach

Der Angeklagte versuchte daraufhin, über das Dach zu flüchten. Die Polizei überzeugte ihn von der Aussichtslosigkeit dieser Flucht. Daraufhin kletterte er zurück ins Gebäude und ließ sich festnehmen. Einen Tag später wurde ihm im Amtsgericht der nun aufgehobene Haftbefehl verkündet. Sechs Monate später verurteilte ihn das Amtsgericht wegen „Diebstahls in einem besonders schweren Fall“ zu 14 Monaten vollstreckbarer Haft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare