350 000 Euro Schaden an Halvers Brückenbauwerken

Halver nach der Flut: Hochwasser-Schäden an 17 von 70 Brücken

Brücke nach Dahlhausen.
+
Auch die Brücke nach Dahlhausen steht auf der Agenda.

Die Brücken im Eigentum der Stadt werden teuer. Auf rund 350 000 Euro werden die Sanierungskosten allein durch die Schäden des Hochwassers vom 14. Juli beziffert. An 17 von 70 Brücken besteht Handlungsbedarf. Das ergibt die Bestandsaufnahme durch ein Ingenieurbüro, die verpflichtend nach dem Hochwasserereignis durchgeführt werden musste.


Halver - Massiv getroffen war unter andrem die Schmiede Schürfeld Im Sumpf. Das Betriebsgelände war komplett geflutet. In einer nächtlichen Rettungsaktion hatte die Firma Dohrmann die noch gar nicht alte Mauer eingebrochen, vor der sich das Wasser staute. Allein drei Brückenbauwerke über die Ennepe sind vor dem Betrieb, dahinter und rund 200 Meter unterhalb des Bachlaufs zu sanieren beziehungsweise zu beseitigen und neu zu bauen. Das von Ortskundigen „Weiße Brücke“ genannte Bauwerk beispielsweise muss komplett ersetzt werden. Eine sogenannte Rohrbrücke mit einer Tragkraft von 40 Tonnen wird als Ersatz über die Ennepe gelegt. Und um einen Schaden wie beim letzten Hochwasser zu vermeiden, erhält die Betriebsmauer der Schmiede ein Fluttor. Das Gelände unterhalb wird so modelliert, dass sich dort kein Wasser mehr aufstauen kann.

Den Durchbruch schaffte der Bagger in der Flutnacht. Jetzt wird ein Fluttor eingebaut.

Die kleinen Sträßchen und Wege seien in der Regel passierbar, sagt Baufachmann Christoph Stillger aus der Bauverwaltung der Stadt. Doch auf die Dauer müssen die Brücken eben saniert werden, geht aus dem Maßnahmenpaket hervor, das für 2021 ansteht. Mal geht es nur um ein Geländer für 5 000 Euro im Bereich Rhadermühle, mal um Widerlager und zerstörte Gabionen bei einer Gemeindestraße über den Bolsenbach, die sich am Ende auf die genannten 350 000 Euro summieren.

Hilfe von Bund und Land

Wie weit die Stadt Halver diese Kosten allein schultern muss, ist zurzeit nicht abschließend geklärt. Bund und Land NRW haben ein Nothilfepaket in Höhe von 30 Milliarden Euro angekündigt, doch die genaue Ausgestaltung, wie weit die Belastung der Kommunen übernommen wird, ist noch nicht bekannt.

Doch die Hochwassersanierung ist nur ein Teil des laufenden Programms zur Brückenunterhaltung, das in diesem Jahr anstünde. Weitere 121 000 Euro sind veranschlagt für die konsumtive Unterhaltung an elf Brücken, weitere sieben stehen für das Folgejahr mit knapp 150 000 Euro an.

Neubau in Dahlhausen

Mit 137 000 Euro fast in der gleichen Größenordnung bewegt sich die einzige investive Maßnahme der Stadt Halver an dem Bauwerk, das die einzige Zuwegung zum kleinen Ortsteil Dahlhausen bei Ehringhausen darstellt. Sie ist ebenfalls hochwassergeschädigt. Ein Neubau sei erforderlich, hatte Stillger bereits im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen erläutert. Für die Zeit der Arbeiten ist ein Provisorium erforderlich, das in der Lage ist, auch Müllfahrzeuge und Rettungsfahrzeuge zu tragen. Dieses Provisorium direkt als Brückenneubau zu errichten, scheidet allerdings aus. Die Errichtung an anderer Stelle wäre planungsrechtlich dann als Neubau zu werten, so die Auskunft beim Märkischen Kreis. Damit wiederum verbunden wäre ein landschaftspflegerischer Begleitplan. Die Zeitdauer für ein solches Genehmigungsverfahren dürfte bei drei bis vier Jahren liegen, so Stillger.

Die Schäden im Überblick

Gemeindestraße über den Wasserlauf Ennepeobergraben, Gewässersohle ausgespült, 10 000 Euro.€

Gemeindestraße über Ennepe, Gewässersohle zerstört, 10 000 Euro.€

Gemeindestraße über Hartmecke, Schäden Flügelmauern, Böschungserosion, 30 000 Euro.€

Gemeindestraße über Ennepe, Schäden Gewässersohle, Brückenpfeiler, Gründung, 25 000. Euro.

Wirtschaftsweg über Löhbach, Befestigung und Gewässersohle herstellen, 10 000 Euro. €

Stützwand an Ennepe, Kolkschutz, Sohlbefestigung unterspült, 20 000 Euro. €

Gemeindestraße über Ennepe Kolkschutz, Widerlagersicherung fehlt, 25 000 Euro. €

Gemeindestraße über Ennepe, Bankett, Flügelwände, Fahrbahn unterspült, 10 000 Euro.€

Wirtschaftsweg über Bräumke, Auskolkung, Gewässersohle und Widerlager, 10 000 Euro. €

Gemeindestraße über Hälver, Gewässersohle unter Bauwerk ausgespült 30 000 Euro. €

Stützwand am Untergraben (Volme), starke Mauerwerksschäden 15 000 Euro. €

Wirtschaftsweg über Ennepe, Auskolkung Gewässersohle, 15 000 Euro. €

Gemeindestraße über Bolsenbach Widerlager unterspült, Gabionen zerstört, 40 000 Euro. €

Gemeindestraße über Bolsenbach, Befestigung hinterspült, 25 000 Euro. €

Gemeindestraße über Ennepe Böschungsschäden, Fahrbahn, Geländer, 50 000 Euro€

Gemeindestraße über Ennepe, Flügel unterspült, Auskolkung Gewässersohle 20 000 Euro. €

Gemeindestraße Volme, Geländer erneuern, 5000 Euro.

Auskolkung = Strudelloch

Flügelwände = Abschluss des Böschungskörpers

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare