29-jähriger kassiert Bewährungsstrafe

Gelegenheit macht Diebe

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Ein Halveraner Dieb wurde zu einer einjährigen Bewährungsstrafe und der Rückzahlung der gestohlenen Beträge verurteilt.

Halver - Ausgerechnet die Großmutter seiner damaligen Freundin beklaute ein 29-jähriger Halveraner bei zwei Gelegenheiten im Juli und August 2015. 300 sowie 550 Euro erbeutete er in deren Wohnung in Lüdenscheid.

„Ich dachte immer, das fällt nicht auf“, legte der Angeklagte im Amtsgericht Lüdenscheid ein umfassendes Geständnis ab. Doch er hatte sein Gegenüber maßlos unterschätzt: Die Großmutter sei „eine schlaue Frau“ mit einem guten Überblick über ihr Bargeld, musste er feststellen. Nur eines stimme nicht in der Anklage, betonte der 29-Jährige: Er sei nicht durch das Fenster in die Wohnung eingestiegen, sondern auf anderen Wegen zu der als Buch getarnten Bargeldkasse gelangt.

Mitpatientin beklaut

Die nächsten Straftaten ergaben sich, als der Dieb im Herbst 2015 aufgrund einer Persönlichkeitsstörung und wegen starker Depressionen und Suizidneigungen eine Psychotherapie machte. Dabei lernte er eine Mitpatientin kennen, die ihm so sehr vertraute, dass sie ihn bat, Geld von ihrem Konto abzuheben. Anschließend behauptete er, dass er ihre Konto-Karte verloren habe. Er nutzte diese aber für 17 Abhebungen von Beträgen zwischen 50 und 290 Euro. Der Zeugin entstand dadurch ein Schaden von 2145 Euro.

„Ich habe mich immer mehr da reingesteigert“, erklärte der Angeklagte und fügte hinzu: „Frei verfügbares Geld, so dass ich mir um nichts mehr Sorgen machen musste“.

Auch im Job in die Kasse gelangt

Schon einmal hatte der Angeklagte in ähnlich maßloser Weise zugelangt: Im Jahr 2012 war er in einer Spielhalle beschäftigt, wo er nach und nach 4450 Euro in seine eigene Tasche wirtschaftete und vermutlich wieder verspielte, weil er selber spielsüchtig war. Die daraus resultierende sechsmonatige Bewährungsstrafe war noch nicht erledigt, als er als Dieb und durch den 17-fachen Computerbetrug erneut straffällig wurde. Dass diese Straftaten im persönlichen Umfeld noch schlimmer wogen, war auch dem Angeklagten bewusst: „Ich möchte mich entschuldigen. Ich habe eine Strafe verdient“, sagte er in seinem letzten Wort.

Auch Richter Thomas Kabus hob den „eklatanten Vertrauensbruch“ hervor. Andererseits waren die beiden Geschädigten geladen, und es bot sich an, die Schadenswiedergutmachung höher anzusiedeln als das Strafinteresse des Staates.

Der Richter verurteilte den Angeklagten deshalb zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung und gab dem mittlerweile Berufstätigen auf, den angerichteten Schaden mit jeweils 100 Euro pro Monat an die beiden Geschädigten wieder gutzumachen. Sollte der Angeklagte gegen diese Auflage aus eigenem Verschulden verstoßen, drohen ihm insgesamt 18 Monate Haft.

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