1050 Euro Strafe für Kleindealer

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Halver - Auf verdächtige Weise läuft ein Mann am 3. Januar durch Halver. Monate später wird er im Amtsgericht Lüdenscheid wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe von 1050 Euro verurteilt. Was war passiert?

Am besagten Tag werden Polizisten auf den 27-Jährigen aufmerksam, halten ihn an. Die Beamten erfassen seine Daten und wollen den Rucksack durchsuchen. Darin stoßen sie auf einen Stoffbeutel mit 11,4 Gramm Marihuana. Die Drogen sind in kleinen Portionen abgepackt. Zudem entdecken die Polizisten eine Feinwaage. Sinngemäß soll der Angeklagte sich dahingehend geäußert haben, nichts mit den Drogen zu tun zu haben.

 Mit „ich gehe jetzt flitzen“, soll er schließlich die Flucht ergriffen haben. Ein sinnloses Unterfangen, da die Polizisten den Ausweis des Halveraners bereits in Augenschein genommen hatten. Dementsprechend klingeln sie kurz darauf beim 27-Jährigen und treffen seine schockierte Mutter an. Auf der Polizeiwache gibt der Mann – Hartz-IV-Empfänger – an, er habe die Drogen verkaufen wollen, um sich Geld dazu zu verdienen. Somit erfolgt eine Anzeige wegen Handeltreibens. 

Im Gericht ruderte der Angeklagte plötzlich zurück: „Den Besitz gebe ich zu, das ist keine Frage. Aber den Handel muss ich leider abstreiten.“ Dass er das bei der Polizei angegeben hatte, sei nur ein Impuls gewesen, ebenso wie das Weglaufen. Die Portionen habe er so von dem Dealer gekauft und die Waage zur Kontrolle dabei gehabt: „Damit ich nicht beschissen werde.“ 

Der 27-Jährige gab an, im Heim aufgewachsen zu sein. Dort sei er im Alter von 16 Jahren mit Marihuana in Kontakt gekommen. Seither konsumiere er. Weder Staatsanwalt noch Richterin glaubten ihm, dass die Drogen nur für den Eigenkonsum gedacht waren. Das ganze Bild spreche für ein Handeltreiben. Allein die Idee, das Marihuana zu verkaufen, reiche für ein Handeltreiben aus, klärte die Richterin den Angeklagten auf. Der 27-Jährige war in der Vergangenheit schon einmal aufgefallen, wegen Raubes zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die 1050 Euro Geldstrafe für das Drogendelikt akzeptierte er sofort. Somit ist das Urteil rechtskräftig.

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