Den Mund aufgemacht gegen Blutkrebs

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Hat den „Mund aufgemacht gegen Blutkrebs“: Marius Osenberg spendet in knapp drei Wochen seine Stammzellen.

Halver - Eigentlich hat es Marius Osenberg ja nicht so mit Spritzen. Doch um vielleicht ein Leben retten zu können, nimmt der 23-jährige Halveraner dies auf sich: Er ist Stammzellspender und wurde jetzt ausgewählt.

Das heißt: Es gibt einen Patienten, der Blutkrebs hat und bei dem eine Übereinstimmung der Gewebemerkmale - davon gibt es mehr als 12 000 - mit denen von Marius Osenberg festgestellt wurde. Voraussetzung dafür war eine Registrierung in der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Das hatte der Halveraner vor einem halben Jahr online erledigt, schließlich wurde in der Familie - Mutter Brigitte ist seit vielen Jahren registriert - immer wieder mal über das Thema gesprochen.

Kurze Zeit später kam Post: Wie bei einer DNA-Probe wird mit zwei Wattestäbchen Speichel aus dem Mundraum entnommen und eingeschickt. Damit gibt es eine erste Grobtypisierung, Osenberg erhielt eine Spenderkarte. Doch während seine Mutter mit ihren Stammzellen noch nicht helfen konnte, wird dies Marius Osenberg am 12. und 13. Mai tun.

Mitte Februar erhielt er die Mitteilung, dass er in die engere Auswahl für eine Stammzellspende kommt. Es folgten Untersuchungen (Blutbild, EKG und vieles mehr) sowie Aufklärungsgespräche - mit dem Ergebnis, dass seine Zellen bei einem Patienten passen, übereinstimmen. Schon zuvor wusste Marius Osenberg jedoch, dass die Stammzellen nicht etwa aus dem Rückenmark entnommen werden - ein weit verbreiteter Irrglaube - , sondern aus dem Beckenkamm oder - bei einer „peripheren“ Entnahme - aus dem Blut. Diese Variante wird bei Marius Osenberg in knapp drei Wochen in Köln angewendet.

Fünf Tage vorher bekommt der 23-Jährige Wachstumsspritzen zur stärkeren Bildung von Stammzellen. Der Empfänger bleibt zunächst jedoch anonym - für mindestens zwei Jahre. Dann besteht die Möglichkeit, dass sich Spender und Patient kennenlernen, wenn sie es beide wollen - und wenn die Stammzellspende ihre gewünschte Wirkung erzielt hat. Die Chancen auf Heilung von Blutkrebs liegen nach DKMS-Angaben zwischen 40 bis 80 Prozent. - Det Ruthmann

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