Krach vor der Kneipentür beschäftigt Amtsgericht

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Eine Schlägerei vor der Kneipe "Fässchen" beschäftigt das Amtsgericht in Lüdenscheid.

Halver - Arg zugerichtet war ein 21-Jähriger nach einer Keilerei auf der Bahnhofstraße am 15. November 2014. Der Fall beschäftigt nun das Amtsgericht Lüdenscheid.

Zwei angebrochene Zähne, ein Bluterguss in der Nase – bis heute sind die Folgen der Attacke auch seelisch nicht verheilt. Dabei habe er immer wieder beteuert, dass er keinen Stress haben wolle, erinnerte sich der junge Mann im Amtsgericht, wo er den Männern (28 und 29) wiederbegegnete, die ihn so zugerichtet haben sollen.

„Warum es den Krach gegeben hat, weiß wahrscheinlich keiner“, vermutete Richter Thomas Kabus und lag damit ziemlich richtig. Klar war allerdings wie so oft in solchen Fällen, dass beide Angeklagten zuvor viel zu sehr dem Alkohol zugesprochen hatten und dadurch enthemmt waren. Doch die Frage „Wer hat angefangen?“ musste geklärt werden.

Vor der Tür des „Fässchens“ habe es Krach gegeben, erinnerten sich die Angeklagten. Daraufhin habe er sich nach draußen begeben und dem dort in eine Auseinandersetzung verwickelten Geschädigten zu verstehen gegeben, dass er sich „verpissen“ solle, sagte der ältere Angeklagte.

Dieses Detail hatte der 21-Jährige genauso wahrgenommen – nur die Worte waren gewählter: „Ich sollte mich von der Kneipe wegbewegen. Weil ich mich nicht daran hielt, kam es zu der Schlägerei.“ Sehr schnell seien dann fliegende Fäuste von beiden Seiten aus der Deckung gekommen.

Fehlender Zeuge hält Prozess vor Amtsgricht Lüdenscheid auf

Tatsächlich waren auch die beiden Angeklagten nicht ganz unbeschadet aus der Nummer herausgekommen. Einer von ihnen hatte sogar eine Platzwunde am Auge. Woher diese gekommen war, ließ sich nicht klären. Der 21-Jährige trug vor, dass er wohl kaum im Rückwärtsgang vom Fässchen bis zum Kulturbahnhof gelangt wäre, wenn er gegen die Angreifer eine Chance gehabt hätte. Nachdem ihm einer der Angeklagten die Jacke über den Kopf gezogen habe, sei er sogar am Boden liegend getreten worden.

Richter Thomas Kabus hielt fest, dass das Ganze „keine Lappalie“ war und die beiden Angeklagten im Fall einer Verurteilung mit hohen Geldstrafen rechnen müssten. Ebendeshalb konnte er über das Fehlen eines wichtigen Zeugen nicht hinweggehen. Für seine Säumigkeit kassierte dieser ein Ordnungsgeld von 100 Euro oder wahlweise zwei Tage Ordnungshaft. Mit der Aussage des Zeugen soll das Verfahren am 17. März fortgesetzt werden.

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