20-Jähriger Halveraner wegen Diebstahls vor Gericht

HALVER ▪ Ein 20-Jähriger aus Halver muss sich seit Montag gemeinsam mit fünf weiteren Angeklagten aus Lüdenscheid und Kierspe vor einer Jugendstrafkammer des Landgerichts Hagen verantworten.

In unterschiedlichen Besetzungen sollen die Sechs als Bande Einbruchdiebstähle in Halver, Lüdenscheid, Gummersbach und Morsbach begangen haben.

Zwischen dem 5. September und dem 26. Oktober 2011 brachen die Täter 14 Mal in Privatwohnungen und -häuser ein, wo sie vor allem Schmuck, hochwertige Elektrogeräte und Bargeld erbeuteten. In einem Fall entwendeten sie einen Fahrzeugschlüssel und flüchteten mit einem Cabrio, das nach einem Unfall schrottreif aufgefunden wurde. In Halver erbeuteten die Täter bei Einbrüchen in Häuser an der Humboldtstraße, am Hechtweg und an der Kantstraße Gegenstände im Wert von 25000 Euro. Den Gesamtwert der Beute bezifferte die Staatsanwaltschaft Hagen auf rund 200 000 Euro. Dem Haupttäter, einem 21-jährigen Kiersper, wird zudem eine räuberische Erpressung in Lüdenscheid vorgeworfen, bei der das Opfer durch gezielte Faustschläge ohnmächtig geprügelt wurde. Der Täter war erst kurz vor der Einbruchserie von einem mehr als vierjährigen Aufenthalt in einer Jugendstrafanstalt zurückgekehrt. Am Montag bestätigte er die Erwartung des Vorsitzenden Richters Marcus Teich, dass er nach Aktenlage wohl derjenige sein würde, der „am meisten zu erzählen hat“. Nach dem Prinzip „Bei mir ist nicht mehr viel zu retten“ gab der 21-Jährige die ihm zur Last gelegten Taten einschließlich der räuberischen Erpressung weitgehend zu. „Es stimmt, ich habe ihm ein paar Schläge gegeben. Ich weiß nicht, ob er ohnmächtig war.“ Mit Blick auf die vielen Einbrüche gestand der junge Mann ebenso freizügig „Ja, das war ich“ oder auch, „Ja, da war ich dabei“. Die Richter wunderten sich allerdings über die Mengen an Beute, die der junge Mann in vielen Fällen allein weggeschleppt haben wollte. Sein Ziel vor Gericht nannte er selbst: „Ich werde keine Namen nennen, wer dabei gewesen ist. Aber eine Bande war das auf keinen Fall.“

Die zwischen 19 und 24 Jahre alten Mittäter legten gestern Teilgeständnisse ab. Ebenfalls sehr redselig zeigte sich ein 24-jähriger Lüdenscheider, der eine ganze Reihe der angeklagten Taten unumwunden zugab. Einen weiteren Mittäter hatte er „bei der Bewährungshilfe kennengelernt“. Erheblich geringer scheinen die Tatbeiträge der weiteren Angeklagten zu sein: Beliebt war die Behauptung, nur als Fahrer tätig gewesen zu sein und nicht genau gewusst zu haben, woher ihre Mittäter die ganzen kostbaren Dinge hatten. Eine wichtige Rolle spielte bei einer derartigen Beute die Hehlerei, die ebenfalls ein Tatbeitrag in der zweiten Reihe war. Vor allem als Fahrer und Hehler war offenbar auch der 20-jährige Halveraner an mehreren Taten beteiligt. Der Prozess wird Mittwoch ab neun Uhr im Landgericht mit der Vernehmung der Geschädigten und Bestohlenen fortgesetzt. ▪ Thomas Krumm

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