20-jähriger Halveraner muss nach Einbruchserie in Therapie

HALVER ▪ Ein 20-Jähriger aus Halver muss nach einer schweren Einbruchserie als dritter Täter hinter Gitter. Eine Kammer des Landgerichts Hagen verurteilte ihn am Dienstag wegen schweren Einbruchsdiebstahls in zwei Fällen zu einer Jugendeinheitshaftstrafe von einem Jahr und neun Monaten.

Im September 2011 war der junge Mann nach einer Einbruchserie mit dem Haupttäter des jetzigen Verfahrens zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Diese Strafe wurde in das gestrige Urteil miteinbezogen.

„Der Angeklagte hat viele Ansätze gemacht, sein Leben in den Griff zu bekommen. Das ist aber nie wirklich gelungen“, sagte der Vorsitzende Richter Marcus Teich in seiner Urteilsbegründung. In einer sehr persönlichen Ansprache erklärte er dem jungen Mann, warum aus Sicht der Kammer keine Bewährungsstrafe mehr in Frage kam. „Irgendwann ist es mit der Gewährung immer neuer Chancen vorbei“, sagte Teich und würdigte dennoch „Reue, Einsicht und Anteilnahme“ des Angeklagten während des Prozesses. „Wir glauben Ihnen, dass Sie diese Einbahnstraße ins Nichts verlassen wollen.“ Als Einziger des Sextetts hatte sich der 20-Jährige während der Verhandlung bei den Opfern entschuldigt, die in seinem Fall aus Halver kamen. Dennoch rügte der Richter nochmals die Taten mit einem Schaden von rund 20 000 Euro. Die Kammer sah eine „Verwurzelung im kriminellen Milieu“, die stärker gewesen sei als der Wunsch, sich davon zu lösen. Zudem zeigte sich der Richter skeptisch, ob der gute Wille etwas gegen die Drogensucht des 20-Jährigen werde ausrichten können. Seit seinem 15. Lebensjahr hatte der junge Mann Cannabis und später Kokain konsumiert. Weil die Kammer in diesem Problem den Hauptgrund für die Straftaten sah, soll der 20-Jährige in einer Erziehungsanstalt gefordert werden. „Das ist kein Spaß.“ Sollte er durchhalten, wird die Therapiezeit auf die Haftzeit angerechnet. „Das heißt, dass Sie das ‚Drecksloch’ bald verlassen werden“, sagte der Richter mit Blick auf eine Erkenntnis, die der Angeklagte in den fünfeinhalb Monaten seiner Untersuchungshaft gewonnen hatte.

Alle Verfahrensbeteiligten stimmten dem Urteil zu, so dass dieses sofort rechtskräftig wurde. ▪ Thomas Krumm

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