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16 Bewerbungen für Bäcker in Oberbrügge - aber kein Happy-End

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Von: Sarah Lorencic

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Eine Bäckerei mit kleinem Café wäre der Wunsch vieler Oberbrügger. Aber das wird erst einmal nichts.
Eine Bäckerei mit kleinem Café wäre der Wunsch vieler Oberbrügger. Aber das wird erst einmal nichts. © Sarah Lorencic

Es ist eine Geschichte mit Alleinstellungsmerkmal. Oberbrügge akquiriert Personal, damit sich ein Bäcker in dem Ortsteil ansiedelt. Die Geschichte hätte gut ausgehen können, denn ganze 16 Bewerbungen gingen ein. Aber aus dem Bäcker in Oberbrügge wird trotz aller Bemühungen vorerst nichts. Hintergrund ist der Ukraine-Krieg und der Mangel an Mehl, Öl und vielem mehr.

Oberbrügge – Die Filiale der Sparkasse wurde dauerhaft geschlossen. Zuvor schloss auch das Geschäft Noelle/Niklas, wo es neben Zeitschriften auch frische Brötchen gab. Für den Wunsch nach einem Bäcker wurde eins plus eins zusammengezählt. „Ganz pragmatisch“, nennt Bürgermeister Michael Brosch die Idee, die er dem Geschäftsführer der Bäckerei-Kette eröffnete. Dieser bekundete nämlich deutliches Interesse, sagte aber auch: „Ich möchte gerne, habe da aber ein Problem“, erinnert sich Brosch ans Gespräch, das er für die Oberbrügger führte.

„Also schlug ich vor, ihm das Problem abzunehmen.“ Daraus entstand der Aufruf des Aktionsbündnisses (wir berichteten) nach Personal. Höchst unüblich, dass für eine Bäckerei nicht die Bäckerei selbst Personal sucht. „Ich wollte nicht der Arbeitsagentur den Job abnehmen“, sagt Brosch und lacht. Denn es läuft richtig gut. Mittlerweile haben 16 Personen Interesse bekundet. Mehr als eine Filiale am Ende braucht.

Die Liste der Bewerber liegt mittlerweile auf dem Schreibtisch des Geschäftsführers der Bäckerei, wie er uns im Gespräch sagt. Trotzdem werde aus der Bäckerei nichts. „Die Chancen bewegen sich gegen null“, sagt der Geschäftsführer, der wie die Bäckereikette weiterhin nicht genannt wird. Zu dem Personalproblem, für das es jetzt zwar eine Lösung gäbe, haben nun alle Bäckereien Schwierigkeiten.

Mehl, Sonnenblumenkerne, Öl, Vollei – es fehlt an allem, berichtet der Bäckerei-Betreiber. Ohne kann man nicht backen, sagt er niedergeschlagen. „Sowas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt“, fügt er hinzu. Produkte werden jetzt rationiert. Was er bekommt, muss er auf die bestehenden Filialen verteilen. Eine weitere eröffnen? „Den Gedanken stellen wir gerade hinten an.“ Er muss nun „am laufen halten“, was er hat.

Die Lieferanten kündigen derzeit ihre Verträge, weil sie sie nicht halten können. Bäckereien rufen wiederum bei ihnen an und wollen wissen, womit sie noch beliefert werden. Aber was in ein, zwei Wochen ist, sagt der Geschäftsführer, das wisse keiner. So wie ihm gehe es allen, wie er von Kollegen hört. Für Oberbrügge rücke der Wunsch in weite Ferne

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