Tipps von Verbraucherschützern

Wenn die Bank Verwahrentgelt verlangt: Negativzinsen vermeiden - Tipps

Geld zahlen statt Zinsen kassieren: Immer mehr Bankkunden werden mit einem Verwahrentgelt konfrontiert, wenn ihr Konto voll ist. Mit diesen Tipps vermeiden Sie Negativzinsen.

Düsseldorf - Wer viel Geld auf dem Konto hat, bekommt Zinsen. So war es früher, doch so ist es nicht mehr. Erhebt ein Geldinstitut Straf- oder Negativzinsen, müssen Kunden dafür zahlen, dass sie viel Geld auf ihrem Konto bunkern. Verbraucherschützer geben Tipps, was Sie tun sollten, wenn Post von der Bank kommt. Es geht dann um Verwahrentgelt.

Bank verlangt Verwahrentgelt (Negativzinsen): Verbraucherzentrale rät zu Ruhe

Verwahrentgelt bedeutet, dass Kunden der Bank einen Strafzins für die Verwahrung ihrer Einlagen zahlen, anstatt selbst Zinsen zu erhalten. Banken und Sparkassen vermeiden in der Regel die Begriffe Negativ- oder Strafzinsen und sprechen lieber vom sogenannten Verwahrentgelt.

Die Verbraucherzentrale NRW macht darauf aufmerksam, dass Banken Verwahrentgelte nicht einfach über die Anpassung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) einführen können. Das geht nur über eine individuelle Vereinbarung.

Verwahrentgelt: Negativzinsen müssen extra vereinbart werden

Wer zu einem persönlichen Gespräch von seiner Bank eingeladen wird, sollte entsprechende Unterlagen nicht voreilig unterschreiben, sagen die Verbraucherschützer. Sie raten dazu, die Papiere in aller Ruhe zu Hause zu überprüfen, denn Banken haben ein Interesse am Kassieren von Verwahrentgelten. So lassen sich Einnahmen und somit die Gewinne steigern, schreibt die Verbraucherzentrale NRW.

Grundsätzlich, so sagt die Verbraucherzentrale, muss sich niemand auf eine solche Vereinbarung einlassen. Einige zentrale Rechtsfragen seien noch ungeklärt. Für Banken seien Negativzinsen ein willkommener Anlass, den Kunden riskante und nicht bedarfsgerechte Geldanlageprodukte zu verkaufen, an denen die Bank noch mehr verdient als über Verwahrentgelte.

Verwahrentgelt vermeiden: Verbraucherzentrale gibt Tipps

Um als Verbraucher Verwahrentgelte zu vermeiden, gibt es drei zentrale Tipps.

  • 1. Verhandlungsspielraum erkennen und nutzen: Unter Umständen gibt es Verhandlungsspielraum, etwa über die Höhe des Schwellenwerts. Zur genauen Ausgestaltung der Vereinbarung könne etwa ein Anwalt Betroffene beraten.
    Ebenso sei denkbar, dass Institute verhandlungsbereit sind, wenn hohe Beträge nur vorübergehend auf dem Konto liegen - etwa eine gerade ausgezahlte Lebensversicherung.
  • 2. Geld anders anlegen: Dann wäre eine Lösung des Problems: das Geld in andere Anlageprodukte stecken. Dabei sollten Betroffene auf Risiken und versteckte Kosten achten - und nicht übereilt wechseln, nur um Negativzinsen zu vermeiden. Wichtig sei eine unabhängige, gute Beratung. Denn eine schlechte Anlageberatung oder versteckte Kosten in neuen Produkten könnten unterm Strich teurer als ein Verwahrentgelt sein, so die Verbraucherschützer.
  • 3. Bank wechseln oder Vermögen umschichten: Weitere Möglichkeiten sind, die Bank komplett zu wechseln oder das eigene Vermögen auf unterschiedliche Institute verteilen. Wechseln Sie gegebenenfalls zu einer Direktbank. Hier gibt es meist noch Zinsen, und bei deutscher Einlagensicherung ist Ihr Geld auch sicher. Auch hier sollten Verbraucher auf Mehrkosten achten - etwa mehrfache Kontoführungsgebühren. Und berücksichtigen, dass viele Banken bei Neukunden ebenfalls Negativzinsen verlangen.

Immer mehr Banken führen Negativzinsen für Tagesgeld- und Girokonten ein. Auch für Kunden, die keine Millionenbeträge auf der hohen Kante haben. Was Kleinanleger wissen sollten. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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