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Vegane Wurst: Zwei von drei Produkten fallen im Test durch - nur wenige überzeugen

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Von: Daniel Großert

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Vegane Wurst wird immer beliebter. Aber viele Aufschnitt-Alternativen sind bei „Öko-Test“ durchgefallen. Diese Produkte sollten Sie besser im Regal lassen.

Hamm - Während die einen es beim Frühstück lieber süß mögen, bevorzugen die anderen eher etwas Herzhaftes auf Brot oder Brötchen. Wer in seiner Ernährung auf Fleisch verzichtet, greift dann auf vegane Wurst zurück. Doch viele Aufschnitt-Produkte sind nicht gut, wie Öko-Test jetzt herausgefunden hat.

VerbrauchermagazinÖko-Test
HauptsitzFrankfurt
Erstausgabe1985

Vegane Wurst im Test: Zwei von drei Produkten fallen durch - einige überzeugen

19 vegane Wurst-Alternativen haben die Tester unter die Lupe genommen - unter anderem Aufschnitt, der Salami oder Schinkenwurst ersetzen soll. Sechs davon haben ein Bio-Label. Das erschreckende Testergebnis: Nur drei Produkte wurden mit „gut“ oder „befriedigend“ benotet, 13 erhielten dagegen die Note „mangelhaft“ oder sogar „ungenügend“, wie aus dem Testbericht in der Ausgabe 04/2022 hervorgeht.

Bei der sogenannten Sensorikprüfung, bei der es um Geschmack, Geruch oder Aussehen geht, schnitten alle getesteten Produkte gut ab. Wenn es aber um die Inhaltsstoffe der veganen Wurst geht, haben nur wenige Aufschnitte die Tester überzeugt. Das einzige mit „gut“ bewertete Produkt ist „Vemondo Veganer Aufschnitt nach Schinkenwurst-Art“ von Lidl. Problematisch könnte aber werden, dass der Hersteller die Wurst-Alternative überarbeiten will. Im Ranking dahinter landeten drei Bio-Produkte: „Alnatura Veganer Tofu Aufschnitt Kräuter“, „Dennree Veganer Aufschnitt auf Weizenbasis Kräuter“ und „Wheaty Veganer Bio Aufschnitt Salami Art“ erhielten die Note „befriedigend“.

Am unteren Ende der Tabelle findet sich vor allem vegane Wurst von Supermärkten oder Discountern. So wurden unter anderem „Edeka My Veggie Veganer Aufschnitt nach Art Lyoner“, „Rewe Beste Wahl Veganer Aufschnitt, Typ Salami“ oder „Mein Veggie Tag Veganer Bio Aufschnitt“ von Aldi Nord mit der schlechtesten Note „ungenügend“ bewertet. Zu den mit „mangelhaft“ bewerteten Wurst-Alternativen gehören aber auch Markenprodukte, beispielsweise „Vegane Mühlen Salami Klassik“ oder der „Veganer Schinkenspicker mit Schnittlauch“ von der Rügenwalder Mühle.

Öko-Test prüft vegane Wurst: Mineralöl in vielen Produkten gefunden

Als Grund für die überwiegend schlechten Beurteilungen der veganen Wurst führt Öko-Test gleich mehrere Kritikpunkte an. In vielen Produkten entdeckte ein Labor Bestandteile von Mineralölen, die zum Teil gesundheitsgefährdend sein können - ein Problem, das auch schon beim Test von Fusilli-Nudeln aufgetreten war. Während einige Aufschnitt-Sorten nur Spuren enthielten, waren die Werte in anderen „stark erhöht“. Die Ölrückstände können beispielsweise aus Gleitmitteln für Kunststoffdärme stammen, was auch bei „echter“ Wurst der Fall sei.

Ein Schild „Veggie“ steht am in einem Edeka-Markt auf einem Kühlregal mit vegetarischen und veganen Produkten.
Öko-Test hat vegane Wurst untersucht. Zwei Drittel der Produkte schnitten dabei alles andere als gut ab. © Daniel Bockwoldt/dpa

Zudem wurde in fast allen Produkten ohne Bio-Label das aus Rotalgen gewonnene Verdickungsmittel Carrageen gefunden, das im Verdacht steht, Entzündungen im Darm auszulösen. Ebenso nutzen die Hersteller aller konventionellen Ersatzprodukte (natürliches) Aroma, um beim Geschmack nachzuhelfen.

Darüber hinaus bemängelten die Tester, dass die vegane Wurst mancher Hersteller viel zu viel Salz enthält - ähnlich wie einige frische Spätzle, die Öko-Test zuletzt untersucht hatte. Teilweise war der Salzgehalt so hoch, dass bei Wurst in Finnland ein Warnhinweis nötig wäre. Dabei sei das nicht einmal nötig: Nach Angaben der Tester schmeckten auch die Produkte mit weniger Salz nicht fad. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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