Kampfmittelräumdienst rückt aus

Mysteriöser Fund bei Gartenarbeit bringt die Polizei auf den Plan – doch auch die steht vor einem Rätsel

Polizei im Einsatz: Zwei Beamte stehen an einer Straße und beobachten die Lage
+
Polizei im Einsatz: Die Beamten in Kelkheim klärten den mysteriösen Fund schnell auf (Symbolbild)

Nichtsahnend stößt ein Bürger aus Kelkheim im südhessischen Taunus bei der Gartenarbeit auf einen metallischen Gegenstand – und ruft die Polizei.

Taunus – Am Samstagnachmittag, 17. April, fand ein Bürger in Kelkheim-Fischbach einen stark verrosteten Gegenstand bei der Gartenarbeit: Rund 17 Zentimeter lang, länglich und oben schmaler zulaufend. Das Erscheinungsbild ähnelte einer Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg, weshalb sich der Finder entschloss, die Polizei zu kontaktieren. Für sein umsichtiges Verhalten loben ihn die Beamten, wie aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Westhessen hervorgeht.

Der besonnene Bürger handelte absolut richtig, er ließ den Gegenstand liegen, berührte ihn nicht mehr oder trug ihn umher. 

Polizeipräsidium Westhessen 

Mysteriöser Fund bei Gartenarbeit: Kampfmittelräumdienst der Polizei sichert Fundort

Die Beamten sicherten zunächst den Fundort und sperrten den Gefahrenbereich ab. Die hinzugerufenen Experten des Kampfmittelräumdienstes stellten fest, dass es sich weder um eine Handgranate noch um sonstiges Kriegsgerät handelte. Genauer ließ sich der Fund nicht beschreiben, im Polizeibericht ist von einem „undefinierbaren, ziemlich rostigen Gegenstand“ die Rede. Was er ist, bleibt also ein Rätsel.

Doch sicher ist sicher: Die Polizei selbst rät, die Beamten besser einmal zu viel, als einmal zu wenig zu informieren. Die Devise der Bürger sollte in solchen Fällen lauten: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Denn:

Nur Experten sind befähigt eine gefährliche Kriegswaffe von einem ungefährlichen Gegenstand zu unterscheiden.

Polizeipräsidium Westhessen

Bombenfund in Deutschland: So häufig sind Blindgänger

Blindgänger sind keine Seltenheit. Laut Statistik explodiert pro Jahr eine Bombe in Deutschland ohne Fremdeinwirkung. So geschehen etwa auf einem Feld bei Limburg in Hessen im Jahr 2019. Die Bombe riss einen vier Meter tiefen Krater in den Boden.

Allein auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen fielen zwischen 1939 und 1945 rund 700.000 Tonnen Sprengstoff, wie das Innenministerium des Landes mitteilte. Im Jahr 2018 entschärfte die Kampfmittelbeseitigung in NRW 2.811 Bomben. Deutschlandweit sollen etwa 250.000 Blindgänger im Boden liegen.

Immer wieder kommt es vor, dass Bürger nicht detonierte Bomben oder Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdecken. Besonders häufig ereignen sich die Funde auf Baustellen. Erst kürzlich tauchte bei Bauarbeiten am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen eine Fliegerbombe auf. Sie wog 250 Kilogramm, die Polizei evakuierte das Gelände im Umkreis von 500 Metern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare