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Aldi, Lidl und Co. von extremer Neuerung betroffen: Was sich jetzt ändern soll

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Von: Karolin Schäfer

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Die EU plant ein neues Gesetz, das Supermärkte wie Aldi, Lidl, Rewe und Co. betreffen könnte.
Die EU plant ein neues Gesetz, das Supermärkte wie Aldi, Lidl, Rewe und Co. betreffen könnte. © Michael Gstettenbauer/Imago

Die EU plant eine drastischer Änderung, um Müll zu verringern. Diese könnte auch Supermärkte wie Aldi, Lidl, Rewe und Co. betreffen.

Kassel – Der Weg eines Lebensmittels von der Entstehung über die Verarbeitung bis auf den Teller ist lang. Bis dahin fallen einige Tonnen Abfall an. Dem will die EU jetzt offenbar entgegenwirken. Die Änderung könnte sich auch auf Discounter und Supermärkte wie Aldi*, Lidl*, Rewe* und Co. auswirken.

Mit 52 Prozent der Lebensmittelabfälle entsteht ein Großteil des Mülls in privaten Haushalten. Das geht aus einer Studie des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (TI) im Auftrag des Bundesernährungsministeriums zusammen mit der Universität Stuttgart hervor. Rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel werden allein in Deutschland jedes Jahr weggeschmissen. Den anderen Teil machen aber auch die Großkonzerne aus, die ihre Produkte nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) nicht mehr verkaufen können.

Änderung bei Aldi, Lidl, Rewe und Co.: Künftig kein Mindesthaltbarkeitsdatum mehr?

Doch was plant die EU? Laut Handelsblatt sollen in den kommenden Monaten viele Gesetze überarbeitet werden. Das könnte bedeuteten: Lebensmittel, die bei richtiger Lagerung besonders lange haltbar sind, sollen nach aktuellen Plänen kein Mindesthaltbarkeitsdatum mehr haben. Das berichtete auch das Verbraucherportal chip.de. Die Änderung würde demnach vor allem Produkte wie Reis, Nudeln, Kaffee, Öl und Tee betreffen.

In einem zweiten Schritt würde der Hinweis „mindestens haltbar bis ...“ auch für andere Lebensmittel wegfallen. Alternativ könnte der Hinweis auch durch eine andere, verständlichere Bezeichnung ersetzt werden, beispielsweise „oft gut auch nach ...“. Bei frischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und anderen leicht verderblichen Waren würde ein Verbrauchsdatum aber bestehen bleiben.

Bereits seit 2019 unterstützt das Unternehmen Unilever, zu dem Marken wie Knorr und Langnese gehören, die “Oft länger gut”-Kampagne. Mit dem Zusatzhinweis auf Produkten will das Unternehmen darauf aufmerksam machen, dass Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch gut essbar sind. Auch das Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft betonte, dass das MHD kein Wegwerfdatum sei. „Vielmehr gibt es den Zeitpunkt an, bis zu dem ein Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält.“

Bisher gilt: Aldi, Lidl, Rewe und Co. müssen Mindesthaltbarkeitsdatum angeben

Auch die CDU-Europaabgeordnete Christine Schneider sieht anlässlich der enormen Lebensmittelverschwendung Handlungsbedarf. „Produkte werden nicht am Tag nach Ablauf einfach schlecht“, äußerte sich die Politikerin gegenüber dem Handelsblatt. „Die Situation, in der sich Menschen verzehrbare Lebensmittel aus Containern holen, zeigt, wie dringend wir handeln müssen“, erklärte sie weiter. Auch Supermärkte wie Aldi, Lidl, Rewe und Co. sieht sie in der Verantwortung.

Bisher müssen alle Hersteller auf verpackten Lebensmitteln ein Mindesthaltbarkeitsdatum angeben. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird damit garantiert, dass das Produkt bedenkenlos verzehrt werden kann. Nach Ablauf des Datums darf die Ware dann nicht mehr weiterverkauft werden. Auch wenn die Lebensmittel noch unbedenklich aussehen, landen sie oft im Müll*.

Aldi, Lidl & Co.: Supermärkte beliefern Hilfsorganisationen, um Lebensmittel zu retten

Dem versuchen Supermärkte wie Aldi, Lidl, Rewe und Co. bereits entgegenzuwirken, indem Hilfsorganisationen mit den noch essbaren Lebensmitteln beliefert werden. Andere Einzelhändler bieten abgelaufene Produkte beispielsweise günstiger an. Und dennoch ist die Lebensmittelverschwendung hierzulande immens.

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Bis Gesetze bezüglich des Mindesthaltbarkeitsdatums seitens der EU endgültig beschlossen sind und auch die Vorgaben in den EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt wurden, könnte es noch eine Weile dauern. Solange eine Gesetzesänderung noch nicht vorliegt, dürfen Hersteller und Konzerne nicht handeln.

Eine weitere Änderung, die sich auf Supermärkte wie Aldi, Lidl, Rewe und Co. auswirken könnte, ist die 2G-Regel*. Könnten Ungeimpfte bald Probleme beim Einkaufen bekommen? (kas) *hna.de und Merkur.de gehören zum Angebot von IPPEN.MEDIA.

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