Wegen Corona

Endgültiges Aus: Sehr bekannte deutsche Modemarke stellt endgültig Betrieb ein

Eine der bekanntesten deutschen Designer-Marken ist endgültig pleite. Das Unternehmen stellt den Betrieb ein. Das Ende des Modelabels war schon länger absehbar.

  • Eine der bekanntesten deutschen Designer-Marken ist pleite gegangen.
  • Das Unternehmen stellt wegen der Corona-Krise endgültig den Betrieb ein.
  • Das Ende war schlichtweg nur eine Frage der Zeit.

Nördlingen - Bereit seit mehreren Jahren stand die Existenz des deutschen Kult-Luxuslabels Strenesse auf wackligen Beinen. Die Corona*-Pandemie hat dem Unternehmen zu guter Letzt den Rest gegeben. Nun ist es endgültig pleite und macht Ende des Jahres für immer dicht. Gründer und Investoren haben die Reißleine gezogen - der Designer-Marke ist nicht mehr zu helfen.

Es bedeutet das endgültige Aus für eines der früheren Aushängeschilder der deutschen Modebranche. Die Corona*-Krise sei schuld, so begründete der angeschlagene schwäbische Modekonzern seinen Schritt. Unternehmenssprecherin Carolin Obermaier teilte außerdem mit, dass 56 Mitarbeiter von der Schließung betroffen sind. Dabei war das Ende des Modekonzerns bereits seit Jahren absehbar. Der Luxusmodeanbieter aus der schwäbischen Stadt Nördlingen befand sich schon seit Langem in einer Krise. 65 Jahre lang war es von Familie Strehle, die das Unternehmen 1949 gegründet hatte, eigenständig geführt worden. Als die Verschuldung immer größer wurde, musste die Familie die Kontrolle über den verschuldeten Konzern an die Insolvenzverwalter abgeben.

Strenesse/Corona-Krise: Berühmte deutsche Designer-Modemarke macht endgültig dicht

Letztes Jahr hatte Strenesse dann bereits nach 2014 das zweite Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angemeldet. Anfang 2014 hatte der damalige Chef Luca Strehle noch die Gläubiger einer Zwölf-Millionen-Euro-Schuldverschreibung davon überzeugen können, drei Jahre länger auf die Rückzahlung des geliehenen Geldes zu warten. Damals hatte Strenesse noch rund 400 Beschäftigte. In den Folgejahren wurde aber immer mehr Personal abgebaut und die Zahl der eigenen Verkaufsgeschäfte reduziert. Es folgte zwar eine Restrukturierung, die im ersten Quartal 2020 fast abgeschlossen war und zur positiven Umsätzen führte. Doch den Auswirkungen der Corona-Krise konnte der Modehersteller nicht standhalten.

Dabei befand sich das Modelabel zu Beginn seiner Gründung stetig auf dem aufsteigenden Ast. In den kommenden Jahrzehnten wuchs die Fabrik beständig, die Produktlinie Strenesse tauchte erstmals Ende der 1960er Jahre auf. Die Marke ist ein Kunstwort aus dem Namen der Eigentümerfamilie und dem französischen „Jeunesse“ (Jugend). In den 1990er Jahren wurde die von der damaligen Kreativchefin Gabriele Strehle entwickelte Kollektion eine international begehrte Designermarke. Strenesse präsentierte sich in Mailand, die schwäbische Mode wurde in Japan verkauft und ein Tochterunternehmen in den USA gegründet.

Strenesse: Endgültiges Corona-Aus für berühmte deutsche Designer-Modemarke

Vielen sollte die Designermarke auch aus einem anderen Kontext bekannt sein. Das Unternehmen war nämlich zwischenzeitlich ein Ausstatter der Fußball-Nationalmannschaft. Bundestrainer Jogi Löw sorgte erst mit einem weißen Hemd und dann mit einem blauen „Glückspullover“ aus der Strenesse-Produktion für Schlagzeilen. Aus den roten Zahlen konnte das den nordschwäbischen Lieferanten allerdings nicht nachhaltig führen. (jbr) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Nicht nur die Modebranche hat es während der Corona-Krise hart getroffen. Auch mancher Gastronom litt unter den Auswirkungen: TV-Köchin Sarah Wiener musste bereits Insolvenz anmelden.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand

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