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Warnung vor „Squid Game“: Richtet der Netflix-Hit Schaden bei Schülern an?

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Von: Daniel Schinzig

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Eine Behörde warnt vor „Squid Game“: Für Kinder und Jugendliche könnte die Serie auf Netflix eine große Gefahr darstellen.

Hamm - „Squid Game“ ist ein riesiger Erfolg für Netflix. Millionen von Nutzern warten mit Spannung auf Staffel 2, zu der es sogar schon erste Infos gibt*. Vom Publikum und von den Kritikern wird das Konzept gefeiert. Jugendschützer sind nicht ganz so erfreut über den neuen Hype, der auch vor Kindern und Jugendlichen nicht Halt macht. Eine Aufsichtsbehörde spricht nun sogar eine deutliche Warnung aus.

SerieSquid Game
PlattformNetflix
LandSüdkorea

Warnung vor „Squid Game“: Netflix-Serie soll schädlich für Kinder sein

Mit der Serie „Squid Game“ haben die Verantwortlichen von Netflix wieder einmal ein gutes Gespür bewiesen: Noch nie startete eine Produktion auf dem Streaming-Dienst so erfolgreich, weiß tz.de*. Seit Wochen ist der Hit auf Platz 1 der internen Bestenliste zu finden. Wie merkur.de* berichtet, wächst Netflix dank Serien wie „Squid Game“ sogar wieder stärker. Das Szenario von „Squid Game“: Hunderte von verschuldeten Menschen nehmen in der Netflix-Serie an einer Reihe von bekannten Kinderspielen teil. Auf den Gewinner wartet eine große Geldsumme. Auf die Verlierer der Tod.

Mit der großen Reichweite kam auch der Hype: Seit Wochen wird über die Serie aus Südkorea gesprochen und diskutiert. Viele Kritiker feiern das Format, auch ein Großteil des Publikums ist fasziniert von der Idee, die auf geschickte Weise traditionelle Kinderspiele, Urängste und Gesellschaftskritik miteinander verknüpft. Bei so vielen Fans wundert es nicht, dass die Halloween-Kostüme zu „Squid Game“ aktuell sehr gefragt sind.

„Squid Game“ (Netflix): Behörde warnt vor Erfolgsserie

Doch eine Gruppe zeigt sich so gar nicht begeistert von der Beliebtheit der Netflix-Serie: Jugendschützer. Denn wie es eben ist, wenn ein Format so stark besprochen wird wie „Squid Game“: Auch Kinder und Jugendliche kriegen von dem Hype etwas mit. Da nutzt auch die Altersempfehlung ab 16 Jahren nicht viel. Schulen in NRW blicken sogar schon mit Sorge auf die Zeit nach den Herbstferien. Denn in einigen Ländern spielten Schüler die Spiele aus der Serie auf dem Schulhof nach.

Ein Paar schaut gemeinsam eine Serie auf Netflix.
„Squid Game“ ist eine fantastische Serie. Beim Streaming-Abend mit den Kindern hat sie aber nichts zu suchen. (Symbolbild) © Daniel Reinhardt / dpa

Jetzt veröffentlichte die Landesmedienanstalt Saarland auf ihrer Homepage eine Warnung vor „Squid Game“. Denn: Die Netflix-Serie könnte laut der Aufsichtsbehörde die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen. In dem veröffentlichten Text der Landesmedienanstalt heißt es, dass der Netflix-Hit in vielen Familien für Unsicherheit sorgen würde. Kinder und Jugendliche würden durch die visuell hochwertige Inszenierung des teils gewalttätigen Inhalts zur Nachahmung verleitet. Auch würde auffallen, dass derzeit Eltern und Pädagogen vermehrt nach pädagogischen Unterstützungsangeboten nachfragen.

Großer Hype um „Squid Game“: Gefahr für Kinder und Jugendliche

„Ich schät­ze die Wir­kung der Serie ins­be­son­de­re auf Jün­ge­re als ent­wick­lungs­be­ein­träch­ti­gend, wenn nicht ‑gefähr­dend ein“, sagt Ruth Mey­er, Direktorin der Landesmedienanstalt, klipp und klar. Es würde bei „Squid Game“ nur darum gehen, dass der Stärkste überlebt. Umgesetzt sei das auf ethisch fragwürdige und teils verstörende Weise. Dass in der Netflix-Serie die Gewalt nicht im Vordergrund steht und durch die Geschichte gesellschaftliche, politische und psychologische Themen behandelt werden, findet in den Äußerungen von Ruth Meyer keine Berücksichtigung.

Sie konzentriert sich ganz auf die Gefahr, die ihrer Meinung nach von „Squid Game“ auf jüngere Zuschauer ausgeht. Dass es allerdings keinen Sinn macht, Jugendlichen die Sichtung der Netflix-Serie zu verbieten, weiß Ruth Meyer aber auch. Sie rät: „Schau­en Sie wenn dann mit Ihren Kin­dern gemein­sam, reden Sie über Ein­drü­cke und Emo­tio­nen, neh­men Sie Ängs­te und Bedürf­nis­se ernst und über­le­gen Sie sich gemein­sa­me Stra­te­gien zu deren Bewäl­ti­gung.“ *tz.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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