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Schlecker kehrt zurück: 50 Verkaufsstellen sollen geöffnet werden

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Von: Sven Schneider

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Vor 10 Jahren meldete Schlecker Insolvenz an. Zurück blieben Schulden in Milliardenhöhe. Doch jetzt könnte der Drogerie-Riese zurückkommen. Es gibt Pläne.

Hamm - Das blau-weiße Logo war in beinahe jeder Stadt in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland zu sehen. 8000 Schlecker-Filialen waren landesweit verteilt. Unternehmer und Namensgeber Anton Schlecker hatte die größte Drogeriemarktkette Europas aufgebaut. Vor zehn Jahren folgte dann die überraschende Insolvenz des einstigen Riesen. 25.000 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Nun könnte der Name Schlecker in den Einzelhandel und ins Onlinegeschäft zurückkehren.

Rückkehr von Schlecker: Neustart mit 50 Verkaufsstellen geplant

Neuer Name, moderne Ausrichtung - so könnte Schlecker schon bald nach Deutschland zurückkehren. Unter dem Namen „Schlecker +“ sollen in Deutschland, Österreich und der Schweiz 50 Verkaufsstellen eröffnet werden. Dabei sollen der stationäre und der Onlinehandel miteinander verbunden werden. Bedeutet: Kunden bestellen online und holen die Ware vor Ort beim Einzelhändler ab. Wer eine EC-Karte zum Bezahlen dabei hat, sollte sich auf mögliche große Änderungen vorbereiten. Schon im kommenden Oktober soll es losgehen mit „Schlecker +“.

So lautet zumindest der Plan von Unternehmer Patrick Landrock, der zudem das Sortiment im Vergleich zum alten Schlecker deutlich aufstocken möchte. Bekannt wurde Landrock mit seinem Unternehmen „Kitz Venture“, welches sich auf Beteiligungen und Unternehmensgründungen spezialisiert hat. Dabei werden per Crowdfunding über das Internet Geld von Anlegern erworben.

Schlecker + soll im Oktober in Deutschland, Österreich und Schweiz starten

Nun versucht Patrick Landrock, den bekannten Namen Schlecker wieder auf den Markt zu bringen. In der jüngeren Vergangenheit prägte Schlecker die schlechten Schlagzeilen. Der ehemalige Riese hatte sich finanziell übernommen. Sollte das Unternehmen doch stetig wachsen, fiel es letztlich 2012 in sich zusammen. Schlecker meldete Insolvenz an. Übrig blieben rund 1,2 Milliarden Verbindlichkeiten bei 28.000 Gläubigern.

Gründer Anton Schlecker haftete damals als sogenannter Einzelkaufmann mit seinem Privatvermögen. Das Insolvenzverfahren dauert noch immer an. Anton Schlecker kam mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren davon, nachdem ihm unter anderem Insolvenzverschleppung und Untreue vorgeworfen worden waren. Seine Kinder Meike und Lars Schlecker, die im Unternehmen ebenfalls eine wichtige Rolle spielten, mussten für zwei Jahre und sieben Monate ins Gefängnis.

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