App macht Kunden zum Kassierer

Neuer Service bei Penny: Discounter will Schlangestehen an der Kasse abschaffen - doch nicht alle profitieren davon

Mit einem neuen Service bei Penny soll das Schlangestehen der Geschichte angehören.
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Mit einem neuen Service bei Penny soll das Schlangestehen der Geschichte angehören.

Lebensmittel einkaufen ist für viele ein notwendiges Übel. Besonders beim Warten an der Kasse ist viel Geduld gefragt. Dafür hat Penny sich etwas überlegt.

  • Lebensmittel einkaufen gehen wird immer digitaler, jetzt auch bei Penny.
  • In über 100 Märkten können Kunden nun ihre Lebensmittel selbst scannen - schon beim Gang durch den Discounter.
  • Aber einige Kinderkrankheiten birgt das neue App-System noch.

Dortmund/Köln - Einkaufen gehen ist längst nicht mehr der schnöde Gang zum Tante-Emma-Laden um die Ecke, in dem die verstaubte Konserve mit einem Haufen Kleingeld bezahlt wird. Der Gang durch den Supermarkt wird zunehmend digitaler, wie RUHR24.de* berichtet - auch bei Penny.

Discounter

Penny

Zentrale

Köln

Gründung

GmbH

Anzahl der Beschäftigten

43.773 (2010)

Dachorganisation

Rewe Group

Einkaufen wird immer digitaler - Edeka hat es vorgemacht

Schon längst gehen Kunden nicht mehr nur mit dem Einkaufszettel in den Supermarkt - immer mit dabei ist das Smartphone. Um Preise online zu vergleichen, Gutscheine an der Kasse einzulösen oder um gleich damit zu bezahlen, das Smartphone ist schon lange zum festen Bestandteil beim Einkaufen geworden.

Das haben auch die Händler bemerkt und entwickeln ihre Supermärkte immer weiter und versuchen den Einkauf digitaler zu gestalten. Entweder, indem sie ihr Sortiment direkt online anbieten und Lebensmittel zum Kunden nach Hause liefern* oder indem sie wie Edeka smarte Einkaufswagen* entwickeln, die das Schlangestehen an der Kasse überflüssig machen.

Mit der neuen Penny-Scanner-App können die Einkäufe direkt in die Tüte wandern und müssen nicht an der Kasse wieder ausgepackt werden.

Penny mischt mit: neues Bezahlsystem in über 100 Märkten in Deutschland

Und genau auf diesen Zug ist jetzt auch die Rewe-Tochter Penny aufgesprungen. Der Discounter will mit einer neuen App den Kunden das lästige Schlangestehen an der Kasse, das Umpacken vom Einkaufswagen auf das Kassenband und wieder zurück in den Einkaufswagen ersparen.

Das neue Konzept wurde laut Chip bereits im vergangenen Jahr getestet. Scheinbar erfolgreich, denn das neue Bezahlsystem ist nun in über 100 weitere Märkte integriert worden. Schon im Juni wurden 20 Märkte mit der App und den speziellen Kassen ausgestattet, weitere 89 Filialen hat Penny Anfang dieser Woche bereit für die App-Nutzung gemacht. Die Filialen sind nahezu über alle Bundesländer verteilt, auch in NRW gibt es einige Penny-Märkte, in denen die Nutzung der App möglich ist (mehr Service-Artikel bei RUHR24.de*).

Penny: Neue App soll lästiges Schlangestehen verhindern

Anders als bei Edeka ist bei Penny kein spezieller Einkaufswagen notwendig, lediglich das eigene Smartphone mit der installierten Scan&Go-App ist erforderlich, um langes Schlangestehen an der Kasse zu vermeiden.

Bevor der Einkauf losgehen kann, wird an der Servicestation (in der Regel in der Obst- und Gemüseabteilung) ein Barcode eingescannt, um den Markt zu identifizieren. Dann kann es auch schon losgehen und jeder Artikel, der in den Einkaufswagen wandert, kann zunächst mit der App gescannt werden.

Einkauf bei Penny: aussuchen, scannen, einpacken

Obst und Gemüse muss abgewogen werden, bevor es gescannt werden kann. Bei Lebensmitteln, die pro Stück berechnet werden, finden Kunden einen kleinen Barcode am Preisschild - der Barcode ist allerdings so klein, dass er schnell übersehen werden kann, berichtet Chip.

Das praktische: Da die Waren später nicht mehr auf das Kassenband gelegt werden müssen, können die Artikel direkt in Tüten und Taschen verstaut werden. Lediglich Spirituosen mit Sicherheitskappe sollten noch griffbereit liegen, da die Sicherung vom Personal entfernt werden muss.

Penny macht es sich mit neuer Bezahl-App leicht

Sind alle Waren und Pfandbons mit der App gescannt, geht es zur Kasse. Die Penny-App generiert einen QR-Code, der an speziellen Scan&Go-Kassen gescannt wird, dann kann bargeldlos bezahlt werden. Bei Produkten, die einer Altersbegrenzung unterliegen, erfolgt noch eine Alterskontrolle durch die Mitarbeiter und das war's.

Die Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand auch für die Penny-Märkte. Denn um diese Zahlungs-App zu integrieren braucht es verhältnismäßig wenig Umbaumaßnahmen oder teure Anschaffungen. Im Gegensatz zu Edeka müssen keine speziellen Einkaufswagen angeschafft werden, lediglich eine reguläre Kasse wird zur Schnellzahlerkasse umgebaut.

Leichtes Spiel für Diebe oder ist das Penny-System sicher?

Schon bevor die Bezahl-App von Penny auf alle Märkte ausgeweitet ist, werden besorgte Stimmen laut, dass die Methode nicht sicher sei. Wie Diebstahlsicher diese Lösung ist, ist nicht klar. Schnell können Lebensmittel oder andere Waren in den Einkaufstaschen verschwinden, ohne je den Scanner in der App gesehen zu haben. 

Allerdings geht das auch in regulären Supermärkten sehr schnell. Zudem weist Penny in den AGB darauf hin, dass bei wiederholter Nutzung des Service zufällige Stichproben durch das Marktpersonal erfolgen können.

Penny steht noch am Anfang - gerade einmal 5 Prozent der Märkte ist ausgerüstet

Inwieweit das Konzept ausgeweitet werden soll, ist derzeit nicht klar - auch nicht, ob die Neuerung auf Kosten der Angestellten geht. Zwar argumentiert Penny online, dass die Mitarbeiter durch die App entlastet werden und sie "nun mehr Zeit für andere Dinge (haben), wie zum Beispiel zur Bestellung neuer Ware oder zum Aufräumen der Regale". Doch speziell zum Personalabbau hat sich Penny nicht geäußert.

Video Die schnellste Kasse finden

Auch wenn bisher schon über 100 Penny-Märkte mit dem neuen Bezahlsystem ausgestattet sind, befindet sich das Konzept noch in den Kinderschuhen - denn 100 Märkte machen gerade einmal rund 5 Prozent aller Märkte aus. 

So können auch noch keine Gutscheine oder Zeitschriften gescannt werden, außerdem ist es derzeit nicht möglich an den Kassen mit Payback Pay zu zahlen - obwohl Kunden mit dem System Punkte sammeln können. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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