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Dreiste Verkäufer-Abzocke auf Ebay-Kleinanzeigen: Fieser PayPal-Trick entlockt privaten Händlern Hunderte Euro

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Von: Luisa Billmayer

Die Polizei warnt vor PayPal-Betrügern, die ihre Opfer auf Ebay-Kleinanzeigen erreichen.
Die Polizei warnt vor PayPal-Betrügern, die ihre Opfer auf Ebay-Kleinanzeigen erreichen. © dpa / Lukas Schulze

Betrüger locken über Ebay-Kleinanzeigen Verkäufer in eine Falle und luchsen ihnen mehrere hundert Euro ab. Die Polizei warnt vor dem Trick. So erkennt man die fiese Masche.

Hannover - Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor einer fiesen Masche von Ebay-Kleinanzeigen-Betrügern. Mit gefälschten Mails täuschen sie eine Zahlung über PayPal, ein Zahlungsunternehmen, das von Elon Musk* gegründet wurde, vor und bringen Personen dazu, mehrere hundert Euro auf ihr Konto zu überweisen. Die Masche funktioniert, weil sie professionell wirkt.

Alles beginnt mit einer Nachricht auf eine Anzeige, die Interesse am angebotenen Produkt vorgibt. Das LKA Niedersachsen erklärt, dass die Texte der Betrüger automatisch generiert werden und nie auf das jeweilige Produkt eingehen. Es handelt sich um einen Standardtext, der auf sämtliche Artikel passt und Floskeln wie diese enthält: „Ich interessiere mich wirklich für den sofortigen Erwerb des Produktes.“

PayPal-Betrüger auf Ebay-Kleinanzeigen: Polizei warnt vor fieser Masche

Wer auf die erste Nachricht antwortet, erhält eine zweite, in der die angeblichen Käufer erläutern, weshalb sie die Ware nicht abholen können, sondern ein Versand- oder Schifffahrtsunternehmen engagieren werden, um die Waren zu transportieren.

Bezüglich dessen erklärt das LKA: „Worte wie Reederei und Schifffahrtsgesellschaft sind typisch für diese mittels Übersetzer generierten Schreiben.“ Die Betrüger fragen nach den PayPal-Daten der Verkäufer und versichern die Zahlung schnellstmöglich zu vollziehen.

Ebay-Kleinanzeigen-Hammer: Mieser PayPal-Trick bringt private Verkäufer um Hunderte 

Sobald die Verkäufer die PayPal-Daten übermittelt haben, sind die Täter wieder einen Schritt weiter. Als Nächstes schicken sie eine Nachricht, in der sie erklären, dass sie überwiesen haben, und zwar eine höhere Summe als den eigentlichen Kaufpreis.

Ein von LKA veröffentlichtes Textbeispiel zeigt, wie so eine Nachricht aussehen kann: „Sobald Sie es sehen, werden Sie feststellen, dass ich eine zusätzliche Zahlung von 440 Euro an Sie geleistet habe. Sie müssen die 390 Euro an die Spediteure senden. Dies soll die Zahlung für die Frachtkosten sein. Sie müssen den zusätzlichen Betrag so schnell wie möglich per Überweisung an die Reederei senden.“ Außerdem erhält der Verkäufer eine gefälschte E-Mail, die einer PayPal-Zahlungsbestätigung sehr nahe kommt.

Ebay-Kleinanzeigen: Ausgeklügelte PayPal-Masche - wer überwiesen hat, hat schlechte Chancen

Die Zahlung an das angebliche Transportunternehmen fließt direkt in die Hände der Täter und ein Logistikunternehmen wird sich niemals beim Verkäufer melden. Wer auf den Trick hereingefallen ist, habe laut Polizei geringe Chancen, sein Geld wiederzubekommen. Dennoch sei es sinnvoll, die eigene Bank zu kontaktieren und Anzeige bei der örtlichen Polizei zu erstatten. Sämtliche Nachrichten und Mails der Täter sollten dazu übermittelt werden.

Video: Verbraucherzentrale warnt vor PayPal und Co.

Ebay-Kleinanzeigen: LKA Niedersachsen warnt vor PayPal-Betrügern

Anhand folgender Punkte können Betrüger laut Landeskriminalamt Niedersachsen erkannt werden:

Ebay-Kleinanzeigen-Betrug: PayPal-Trickser erschwindeln Hunderte - Polizei rät zur Barzahlung

Generell rät die Polizei vor Bezahlungen mit PayPal oder Überweisungen an Fremde ab. Stattdessen empfiehlt das LKA Barbezahlung und Zeugen bei Zahlung und Produktübergabe heranzuziehen. Auf seiner Homepage hat das Landeskriminalamt Niedersachsen Textbeispiele der Nachrichten der PayPal-Täuscher veröffentlicht.

Auch vor betrügerischen Mails, die Hilfe in der Corona*-Krise versprechen wurde vor Kurzem gewarnt. In Nordrhein-Westfalen fälschten Kriminelle sogar eine komplette Website von einem NRW-Ministerium. Die Discounter Aldi und Lidl griffen in ihrem Preiskampf in die Werbetrickkiste. Mit ihren Kampagnen teilten sie gegeneinander aus. Für Aldi hat der Zoff nun Konsequenzen.

Bei Ebay stehen drastische Änderungen beim Bezahlen an.

(lb) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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