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Krankschreibung per Telefon ist bei Erkältungssymptomen wieder möglich

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Von: Hannah Decke

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Wegen steigender Corona-Zahlen ist die Krankschreibung per Telefon nun wieder möglich. Patienten sollen bei Erkältungssymptomen nicht in die Arztpraxis kommen.

Hamm - Wer Erkältungssymptome hat, fürchtet aktuell vor allem eine Corona-Infektion. Fällt der Test positiv aus, ist Quarantäne angesagt. Lange Zeit konnte man sich in der Pandemie per Telefon krankschreiben lassen, um das Virus nicht noch im Wartezimmer weiterzuverbreiten. Aufgrund der entspannteren Infektionslage lief diese Sonderregel zum 1. Juni aus. Wer eine Krankschreibung haben wollte, musste in die Praxis - Corona-Symptome hin oder her. Jetzt gibt es wieder die Kehrtwende. Die Infektionszahlen steigen zu stark an.

Die Entscheidung traf der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag, wie eine Sprecherin bekannt gab. Die Regelung gilt demnach vorerst bis Ende November.

Bei Erkältungssymptomen: Krankschreibung per Telefon wieder möglich

Bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege (Schnupfen, Halsschmerzen, leichter Husten) reicht somit ein Telefonat mit dem Arzt für eine siebentägige Krankschreibung. Ebenfalls telefonisch kann die Krankschreibung für weitere sieben Tage verlängert werden. 

Die Regelung galt bereits zu Beginn der Corona-Pandemie, war aber zum 1. Juni angesichts der entspannteren Infektionslage ausgelaufen. Inzwischen seien die Zahlen aber wieder gestiegen, erklärte der Ausschussvorsitzende Josef Hecken. Gleichzeitig beginne in den kommenden Monaten die Erkältungs- und Grippesaison. „Wir wollen volle Wartezimmer in Arztpraxen und das Entstehen neuer Infektionsketten vermeiden“, sagte er.

Telefonische Krankschreibung: „Brauchen die Infektionen nicht in die Praxis zu tragen“

Ein Ministeriumssprecher sagte, Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sei sehr froh, dass sein Vorschlag so zeitnah umgesetzt worden sei. Bei den hohen Covid-Fallzahlen „brauchen wir nicht die Infektionen in die Praxis zu tragen“, sagte Lauterbach seinerzeit, als er die Rückkehr der telefonischen Krankschreibung angekündigt hatte.

Die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen, Doris Pfeiffer, begrüßte den Schritt ebenfalls. Zu den hohen Inzidenzen komme eine vermutlich hohe Dunkelziffer nicht erkannter Corona-Infektionen und die Sorge vor einer weiteren Welle. „Hier kann die telefonische Krankschreibung helfen, Ansteckungen zu vermeiden, wenn Patientinnen und Patienten mit einer Erkältung nicht mehr in die Praxis müssen.“ Langfristig aber könne ein Telefongespräch den persönlichen Kontakt mit Ärztin oder Arzt nicht ersetzen. (mit dpa-Material)

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