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Flutkatastrophe rückt Klimawandel in den Fokus: Was kann ich im Alltag tun?

Ist der Klimawandel noch aufzuhalten? Nach der Hochwasser-Katastrophe in NRW fragen sich viele Menschen, welchen Beitrag sie persönlich leisten können. Tipps für den Alltag.

NRW - Die Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat deutlich gezeigt, welch massive Auswirkungen der Klimawandel haben kann. Überflutete Städte, abgetrennt von der Außenwelt, Todesopfer, ein kaum zu benennendes Ausmaß der Zerstörung - das alles schockiert Betroffene und Helfer gleichermaßen. Hilfsbereitschaft und Solidarität sind dieser Tage überwältigend. Werden die Menschen nun auch aufgeweckt und ändern etwas an ihrem persönlichen Lebensstil, um dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen?

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Klimawandel: Bewegt Hochwasser die Menschen zum Umdenken? Tipps für den Alltag

Klar ist, dass die Politik viele Dinge anstoßen und ändern muss. Das ist im Zusammenhang mit der Hochwasser-Katastrophe in NRW zuletzt von vielen Seiten gefordert und deutlich hervorgehoben worden. Doch auch jeder Einzelne kann dazu beitragen, den Klimawandel aufzuhalten. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie man seinen Alltag klimafreundlicher gestalten kann.

Klimawandel: Was kann ich tun? Tipps für einen klimafreundlichen Alltag

Der Klassiker im Kampf gegen den Klimawandel: saisonal und regional essen. Wer sich für Produkte aus dem eigenen Land, möglicherweise sogar aus der eigenen Region, entscheidet, trägt dazu bei, dass lange Transportwege eingespart werden - und damit CO2.

Ein weiterer Punkt beim Thema Ernährung ist, auf Fleisch zu verzichten, oder es zumindest öfter mal wegzulassen. Wie galileo.tv unter Verweis auf den WWF berichtet, könnten jährlich rund 9 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart werden, wenn jeder Deutsche nur ein Mal die Woche auf Fleisch verzichten würde.

Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) schreibt auf seiner Webseite, dass insbesondere importierte Lebensmittel und Fleisch emissionsintensiv seien. Die Beispiele: Ein Kilogramm Rindfleisch verursache rund 30 Kilo CO2-Äquivalente, bei Schweinefleisch und Geflügel seien es jeweils vier Kilo. Für pflanzliche Ersatzprodukte hingegen liege der Wert niedriger. „Bei derselben Menge Soja beispielsweise entstehen nur knapp 1,2 Kilo Treibhausgase.“

Klimawandel nach Flut-Katastrophe im Fokus: Bewusstes Einkaufen ratsam

Oftmals würde es vermutlich schon helfen, wenn die Menschen wissen, wie viel CO2 ihre Mahlzeiten überhaupt produzieren. So könnte ein Bewusstsein geschaffen werden - und Konsumenten eine klimafreundliche Alternative gefunden werden. Einen Nahrungsmittel-CO2-Rechner gibt es etwa auf klimatarier.com.

Wie lässt sich der Klimawandel aufhalten? Weniger fliegen? Bewusster einkaufen und konsumieren? Nach der Flutkatastrophe in NRW stellen sich viele Menschen diese Frage.

Bewusstes Einkaufen kann ebenfalls gegen den Klimawandel helfen: Bei vielen Produkten ist eine Plastikverpackung überflüssig. Wer etwas für die Umwelt tun will, kauft unverpackte Lebensmittel - oder setzt auf plastikfreie Verpackungen.

Klimawandel: Wer auf Auto und Flugzeug verzichtet, leistet wichtigen Beitrag

Auch in Sachen Fortbewegung könnten viele Menschen dazu beitragen, dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen. Mal eben schnell ins Auto springen, um im nächsten Supermarkt etwas einzukaufen? Das lässt sich vermeiden, indem man aufs Fahrrad steigt oder zu Fuß geht. Wer auf das Auto nicht verzichten kann, kann immerhin spritsparend fahren - etwa indem er sein Auto von unnötigem Gewicht befreit und auf der Autobahn nicht so heizt.

Wer weniger fliegt, tut dem Klima einen gefallen. Dem Portal utopia.de zufolge spart, wer etwa auf einen Flug nach Australien verzichtet, 15.000 Kilogramm CO2 - und wer für 1500 Kilometer Reise mit der Bahn fährt, anstatt zu fliegen, spart immerhin 250 Kilogramm CO2.

Kampf gegen den Klimawandel beginnt in der eigenen Wohnung

Wesentliche Punkte auf dem Weg zu einem klimafreundlichen Leben sind auch die Themen Heizen und Strom. So empfiehlt es sich etwa, den Verbrauch von Warmwasser zu reduzieren. Ein Sparduschkopf kann dabei helfen - und natürlich die simple Regel: Wasser beim Zähneputzen etc. nicht laufen lassen.

Beim Thema Heizen zählt jedes Grad Raumtemperatur - so macht sich beispielsweise ein Grad weniger kaum bemerkbar. Für den eigenen Komfort tut es im Zweifel auch wärmere Kleidung. Ratsam ist in dem Zusammenhang auch, undichte Fenster und Türen abzudichten.

Strom sparen lässt sich unterdessen auch an vielen Ecken und Enden. Lampen sollten mit LEDs ausgestattet werden. Den Standby-Modus vieler Geräte kann man etwa durch Zeitschaltuhren und Steckerleisten mit Schaltern umgehen.

Klimawandel wird durch versiegelte Flächen begünstigt - auf Wiesen und Beete setzen

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Versiegelung von Flächen dazu beiträgt, dass der Lebensraum von Tieren und Pflanzen verloren geht - und dass Aufheizung entsteht, die zur Klimaerwärmung beiträgt. Wer ein Grundstück hat, sollte deshalb möglichst nicht alles zu betonieren, sondern auch auf Beete und Wiesen setzen. So sehr im Trend sogenannte Steingärten auch sind - aus Klima-Sicht ist von ihnen abzuraten.

Eine Frage des Lifestyles außerdem: Kleidung. Laut iwd kaufe jeder Deutsche 56 Kleidungsstücke im Jahr, die in der Herstellung insgesamt rund 680 Kilo CO2-Äquivalente verursachten, heißt es. Schätzungsweise ein Fünftel der neuen Garderobe werde gar nicht oder kaum getragen. „Würden die Verbraucher hierzulande jährlich 20 Prozent weniger in neue Klamotten investieren – das entspricht elf Kleidungsstücken – und stattdessen Second-Hand-Ware kaufen, könnte jeder zirka 140 Kilo Treibhausgase einsparen“, heißt es.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/Boris Roessler/Rolf Vennenbernd/Hendrik Schmidt/dpa

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