Regelung nimmt Formen an

Kinderkrankengeld im Corona-Lockdown: Bundestag macht Weg frei für neue Regelung

Weil Kitas und Schulen geschlossen bleiben, haben Eltern 2021 mehr Anspruch auf Kinderkrankengeld. Die Regelung für die Antragstellung bei der Krankenkasse nimmt Formen an.

Update vom 14. Januar, 11.45 Uhr: Der Weg für das ausgeweitete Kinderkrankengeld im Corona-Lockdown ist frei. Die Zahl der Kinderkrankentage wird demzufolge in diesem Jahr wegen der Pandemie pro Elternteil von 10 auf 20 verdoppelt. Alleinerziehende erhalten 40 statt der üblichen Höhe von 20 Tagen. Das beschloss der Bundestag am Donnerstag vor dem Hintergrund der Einschränkungen an Schulen und Kitas. Der Bundesrat soll am Montag in einer Sondersitzung noch zustimmen. Diese Regelung soll rückwirkend zum 5. Januar gelten.

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/Corona\tBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken unter 12-jährigen Kindes nicht arbeiten gehen können. Es beträgt 90 Prozent des Netto-Verdienstes. Das Krankengeld soll es nun aber auch geben, wenn Schulen und Kitas geschlossen sind oder der Zugang eingeschränkt ist. Das gilt auch, wenn Eltern lediglich gebeten wurden, ihre Kinder nicht in die Einrichtung zu bringen

Kinderkrankengeld im Corona-Lockdown: Diese bestimmte Bescheinigung ist erforderlich

Update vom 12. Januar, 14.17 Uhr: Kinderkrankengeld beantragen - aber wie läuft es ab? Für Familien gibt es jetzt mehr Klarheit bei den geplanten zusätzlichen Kinderkrankentagen zu Betreuung ihrer Kinder in diesem Jahr. Die Extra-Tage sollen nicht nur bei geschlossenen Schulen und Kitas genutzt werden können, sondern auch, wenn lediglich die Anwesenheitspflicht ausgesetzt ist oder der Zugang zur Kita eingeschränkt wurde. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.

Laut einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Formulierungshilfe für einen entsprechenden Gesetzentwurf gilt das auch, wenn Eltern lediglich gebeten wurden, ihre Kinder nicht in die Kita zu bringen. Das Kinderkrankengeld können demnach auch Eltern beantragen, die theoretisch im Homeoffice arbeiten könnten. Voraussetzung sei zudem, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind betreuen könnte. Der Anspruch soll rückwirkend zum 5. Januar und nur für gesetzlich Versicherte gelten. Geltend gemacht werden kann er bei der Krankenkasse mit einer Bescheinigung von Kita oder Schule.

Kinderkrankengeld im Corona-Lockdown: Eltern brauchen diese Bescheinigung

[Erstmeldung vom 11. Januar] Hamm - Das öffentliche Leben steht nach wie vor weitgehend still. Zur Eindämmung des Coronavirus haben Bund und Länder den Lockdown bis zum 31. Januar verlängert, es gelten weiterhin gravierende Einschränkungen. (News zum Coronavirus)

Stark betroffen sind unter anderem Eltern, denn: In den Schulen gibt es vorerst keinen Präsenzunterricht, und auch Kitas in NRW bleiben geschlossen. Viele Erziehungsberechtigte stellt das vor große Probleme. Sie müssen die Frage der Kinderbetreuung regeln.

Kinderkrankengeld im Corona-Lockdown beantragen: Bescheinigung für Krankenkasse nötig

Damit die Kinder bei den wegen Corona geschlossenen Kitas und Schulen nicht auf sich alleine gestellt werden, hat sich die Politik eine Lösung einfallen lassen: Die Anzahl der Kinderkrankentage wird pro Elternteil um jeweils zehn erhöht, bei Alleinerziehenden sind es 20 zusätzliche Tage, „sodass es bis zum Zeitraum des 31. Januar ausreichend abdeckend ist“, begründete Joachim Stamp (FDP) Familienminister in Nordrhein-Westfalen, der gleichzeitig auch stellvertretender Ministerpräsident in der Landesregierung von Armin Laschet ist.

Doch zunächst war nicht klar, wie die Eltern das Kinderkrankengeld in der Praxis beantragen können. Doch so langsam nimmt die geplante Ausweitung dieser Maßnahmen einem Medienbericht zufolge konkrete Formen an.

So sollen Eltern die wegen des Corona-Lockdowns und den damit verbundenen Regeln und Einschränkungen die Leistung des Kinderkrankengeldes beantragen wollen, ihrer Krankenkasse eine Bescheinigung vorlegen müssen, dass Schule oder Kita geschlossen sind. Das berichtete das Nachrichtenportal ThePioneer unter Berufung auf eine Formulierungshilfe für die Fraktionen der Koalition.

Kinderkrankengeld im Corona-Lockdown beantragen: Abstimmung im Bundeskabinett am Mittwoch

Die Regelung werde derzeit innerhalb der Bundesregierung abgestimmt und solle am kommenden Mittwoch, 13. Januar, vom Bundeskabinett beschlossen werden. Das Kinderkrankengeld beläuft sich auf bis zu 90 Prozent des entfallenen Nettoarbeitslohns.

Laut Beschluss des Corona-Gipfels von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder vom vergangenen Dienstag sollen Schulen und Kindergärten bis zum aktuell geplanten Ende des Corona-Lockdowns am 31. Januar weitgehend geschlossen bleiben. Eltern sollen deshalb bis zu zehn zusätzliche Tage und Alleinerziehende bis zu 20 zusätzliche Tage Kinderkrankengeld beantragen und in Anspruch nehmen können. Dies soll ausdrücklich auch dann gelten, wenn wegen der Schließung von Schulen und Kitas eine Betreuung des Kindes zu Hause erforderlich wird. Was Eltern mit Blick auf das Kinderkrankengeld jetzt wissen müssen, beantwortet auch Ruhr24.de*.

Kinderkrankengeld im Corona-Lockdown beantragen: Das ist notwendig

Wie es in dem The Pioneer-Bericht weiter heißt, soll „die Betreuungsnotwendigkeit durch ein Elternteil der Krankenkasse auf geeignete Weise, ggf. durch Bescheinigung der jeweiligen Einrichtung nachzuweisen“ sein. Es müsse bestätigt werden, „dass das Kind auf Grund der Empfehlung von behördlicher Seite die Einrichtung nicht besucht hat.“

Erwartet werden dem Bericht zufolge zusätzliche Aufwendungen der Kassen von rund 700 Millionen Euro. Zum Ausgleich für diese Mehrausgaben für die Ausweitung des Kinderkrankengeldes leiste der Bund bis zum 1. April einen Betrag von 700 Millionen Euro als ergänzenden Bundeszuschuss an die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds.

Lange war auch unklar, ob Kinder sich noch mit ihren Eltern mit anderen Personen treffen dürfen. Die Corona-Schutzvrtordnung für NRW lieferte die Antworten. (mit afp-Material) *Ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

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