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„Haushaltsübliche Menge“: Kaufland-Schild sorgt für reichlich Spott

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Von: Marcus Giebel

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Eine Frau betritt mit einem Einkaufswagen eine Filiale des Handelskonzerns Kaufland in München.
Kaufland sorgt mit einem Schild bei Kunden für Lacher © Andreas Gebert/dpa

Hamsterkäufe sind total unsolidarisch. Deshalb setzt der Einzelhandel seinen Kunden durchaus Obergrenzen. Manchmal wecken die angegebenen Mengen aber Zweifel.

München - In den ersten Wochen der Corona*-Pandemie wurde nicht nur in Deutschland gehamstert, was die Supermarkt-Regale hergaben. In den Einkaufswagen stapelten sich Mehlsäcke, Nudelpackungen, Desinfektionsmittel und vor allem: Toilettenpapier! Das Gold des vorausschauenden Konsumenten. Wer welches hatte, war schon ein kleiner König. Denn niemand wusste ja wirklich, wie das Leben weitergehen würde, im Angesicht von Corona.

In zahllosen Haushalten dürften sich noch heute Toilettenpapier-Rollen bis unters Dach stapeln. Obwohl es mit dem Hamstern und Horten vorbei war, als die Geschäfte Obergrenzen für den Verkauf bestimmter Produkte festlegten. Denn es soll ja für jeden was da sein.

Video: Wie Kaufland und Co. auf 2G-Regel in Supermärkten reagieren

Kaufland-Schild sorgt für Spott: Sind 120 Tafeln Milka-Schokolade wirklich haushaltsüblich?

Mittlerweile ist der Gütermangel behoben. Die Nachfrage hat sich wieder normalisiert. Dennoch werden bestimmte Produkte nur in handelsüblichen Mengen verkauft. Darüber entscheiden die Unternehmen jedoch selbst. Und so kann die Vorgabe durchaus Stirnrunzeln hervorrufen.

Im Internet kursiert derzeit ein Foto, das angeblich in einer Kaufland*-Filiale aufgenommen wurde. Zu sehen ist ein Regal mit Milka-Tafeln, an dem ein Schild auf eine „Abgabehöchstmenge“ hinweist. Diese beträgt demnach schlappe 120 Tafeln. „Abgabe in haushaltsüblichen Mengen“ ist außerdem zu lesen, dazu das Kaufland-Logo.

Kaufland-Schild sorgt für Spott: „Kleiner Nachmittagssnack“ oder „Wegzehrung für die Heimfahrt“

Der Spott ließ natürlich nicht lange auf sich warten. „Schnell zu Kaufland“, schreibt ein User, der das Bild via Twitter* verbreitete. Ein anderer meint: „Well played.“ Also quasi: Cleverer Schachzug. Denn das könnte so manche Naschkatze in Versuchung führen, den Einkaufswagen doch ein bisschen voller zu beladen.

Die Reaktionen gerieten auch eher augenzwinkernd. „Jo, reicht für den kleinen Nachmittagssnack“, heißt es da. Oder: „Wegzehrung für die Heimfahrt.“ Ein User versucht, die recht optimistische Zahl einzuordnen und meint, fünf Packungen seien als haushaltsübliche Mengen festgelegt. In diesem Fall gehe es mutmaßlich um fünf Kartons zu je 24 Tafeln. Womit wir bei den 120 gelandet wären.

Kaufland-Schild sorgt für Spott: Definition von „haushaltsüblichen Mengen“ liegt in Hand der Händler

Allerdings ist der Begriff „haushaltsübliche Menge“ in Deutschland nicht genau definiert. Als Richtwert nennen Verbraucherschützer laut finanzen.net die Menge, die der entsprechende Haushalt binnen zwei bis vier Wochen verbrauchen kann. So könnten 50 Orangen oder 100 Apfelsinen ebenso zulässig sein wie fünf Stück Butter.

Die Verbaucherzentrale betont jedoch, es komme immer auf den Einzelfall an. Bei Toilettenpapier etwa setzte sich irgendwann - auch aus Mangel an Nachschub - die Regelung durch, nur eine Packung pro Kunde abzugeben. Aber das ist ja längst aufgeweicht. (mg) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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