1. come-on.de
  2. Verbraucher

Kalt duschen: Energie sparen kann gefährlich für die Gesundheit sein

Erstellt:

Von: Daniel Großert

Kommentare

Um Energie zu sparen, wollen einige Menschen kalt duschen. Das senkt zwar die Strom- oder Gasrechnung, kann für die Gesundheit aber gefährlich sein.

Hamm - Spätestens seit dem DFB-Pokal-Spiel des Bremer SV gegen den FC Schalke 04 hat das Thema „kalt duschen“ in Deutschland eine neue Stufe erreicht. Die Profi-Fußballer mussten sich nach der Erstrundenpartie in Oldenburg mit kaltem Wasser in der Dusche begnügen, weil die Stadt damit Energie sparen will. Die Wassertemperatur zu reduzieren, verringert zwar - je nach Art der Erwärmung - den Gas- oder Stromverbrauch, kann aber auf Dauer zum Risiko für die eigene Gesundheit werden.

BakterienLegionellen
FamilieLegionellaceae
KlasseGammaproteobacteria

Kalt duschen: Energie sparen kann gefährlich für die Gesundheit sein

Das Gesundheitsamt des Kreises Unna in Nordrhein-Westfalen warnt davor, dass durch das Absenken der Warmwassertemperatur die Legionellen-Gefahr steige. „Um sich vor Legionellen zu schützen, muss das Warmwasser im Warmwasserwärmer mindestens 60 Grad Celsius haben“, erklärt Manfred Günther aus dem Sachgebiet Gesundheitsschutz und Umweltmedizin.

Demnach bestehen bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad ideale Bedingungen für die Vermehrung von Legionellen. Ab 55 Grad Celsius beginne das Absterben, ab 60 Grad würden die Bakterien schnell absterben. „Daher ist es nicht sinnvoll, den Warmwasserboiler auf unter 60 Grad zu stellen, um Gas zu sparen. Das kann gefährlich sein“, warnt Manfred Günther.

Kalt duschen: Gefahr durch Legionellen - Erkrankung kann zum Tod führen

Warum das gefährlich sein kann? Legionellen können die sogenannte Legionärskrankheit verursachen - eine schwere Legionellose mit Lungenentzündung, die im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Bei einem Legionellen-Ausbruch in Warstein waren 2015 zwei Menschen ums Leben gekommen, 160 hatten sich infiziert. Selbst bei milderen Verläufen („Pontiac-Fieber“) können Fieber und grippeähnliche Symptome auftreten.

Wenn die gefährlichen Bakterien sich im Wasser vermehren, besteht die Gefahr, dass Menschen sie beispielsweise beim Duschen einatmen und erkranken. Das Risiko einer Vermehrung besteht eben, wenn das Wasser in der Aufbereitung nicht hoch genug erhitzt wurde. Deshalb empfehlen die Experten des Gesundheitsamtes: Das Wasser sollte im Boiler oder in der Therme auf mindestens 60 Grad Celsius erwärmt werden. In größeren Häusern (ab Drei-Familien-Häusern) ist das gesetzlich sogar Pflicht.

Statt die Warmwassertemperatur abzusenken und kalt zu duschen, gibt es laut Manfred Günther andere Wege, um Energie zu sparen: „Hausbesitzer sollten prüfen, ob es noch nicht isolierte Warmwasserrohre im Haus gibt und diese isolieren.“ Sinnvoll sei es auch, generell warmes Wasser zu sparen - „zum Beispiel durch sparsame Armaturen“. Ebenso helfe eine „effizient eingestellte und regelmäßig gewartete Heizung“ beim Energiesparen - und das nicht möglicherweise auf Kosten der Gesundheit.

Auch interessant

Kommentare