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Verbot von Gasheizungen gekippt: So geht es mit den Alternativen weiter

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Von: Sven Schneider

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Das Verbot von Gasheizungen ab 2024 wurde gekippt. Die Bundesregierung hat die Pläne vorerst auf Eis gelegt, weil sie nicht umsetzbar seien. Was jetzt?

Hamm - Ab dem Jahr 2024 sollen keine neuen Gasheizungen verbaut werden. Alte Modelle sollen langfristig ausgetauscht werden. So war zumindest der Plan in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland. Die Bundesregierung hat das Verbot von Gasheizung und die Pflicht zur Wärmepumpe gekippt. Das geht aus einem Schreiben des Wirtschafts- und des Bauministeriums, das unter anderem dem Spiegel vorliegt, hervor.

Verbot von Gasheizungen gekippt: Wärmepumpe steht dennoch im Fokus

Demnach sei das Verbot von Gasheizungen nicht realisierbar, wie die Ministerien erklären. Ab 2024 hätten keine neuen Geräte mehr verbaut werden sollen. Gleichzeitig würde der Ausbau von Wärmepumpen, die nicht für jeden Haushalt geeignet sind, massiv gefördert werden, hieß es noch. Zwar stehe dieser Plan noch. Doch in welchem Ausmaß ist noch offen.

Dabei hatte das Wirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne) noch ein Sofortprogramm aufgestellt, um das Aus der Gasheizungen voran zu treiben. „Wir müssen die Art und Weise, wie wir unsere Häuser beheizen, verändern“, forderte Bauministerin Clara Geywitz (SPD). Zumal der Gebäudesektor im vergangenen Jahr die Klimavorgaben nicht eingehalten hatte. Rund zwei Millionen Tonnen Treibhausgas wurden zu viel ausgestoßen.

Verbot von Gasheizungen wird kommen, nur nicht schon im Jahr 2024

Dennoch: Die Gasheizung steht langfristig vor dem Aus. Aufgrund des Ukraine-Kriegs hat sich Gas um ein vielfaches verteuert. Ungewiss, wohin die Preise in den kommenden Monaten und Jahren noch gehen. Die Suche nach Alternativen geht weiter, die Bundesregierung will sich von fossilen Energieträgern verabschieden. Das Verbot von Gasheizungen wird kommen, aber nicht schon 2024.

Ursprünglich wurde im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung vereinbart, dass jede neu installierte Heizung zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien bestehen muss. Endgültig beschlossen war dieser Plan noch nicht. Der Einbau einer Wärmepumpe ist langfristig sinnvoll und treibt das Ende von fossilen Energieträgern voran.

Aber: Der Einbau der Gasheizungsalternative Wärmepumpe ist kostspielig, auch wenn eine staatliche Förderung möglich ist. Der Antrieb der Wärmepumpe geschieht in Teilen über Strom. Sie zieht bereits vorhandene Wärme aus Boden, Luft und Grundwasser. Die entzogene Wärme wird auf ein Kältemittel übertragen, welches schon bei geringen Temperaturen verdampft. Anschließend wird der Druck und die Temperatur des Dampfes erhöht, die erzeugte Wärme auf das Heizsystem übertragen.

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