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Alternative zur Gasheizung: Für wen kommt eine Wärmepumpe infrage?

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Von: Sven Schneider

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Das Verbot von Gasheizungen in Deutschland rückt näher. Für Wärmepumpen gibt es zwar oft eine Förderung, die Alternative ist aber nicht für jeden sinnvoll. 

Hamm - Die Energiepreise waren aufgrund des Ukraine-Kriegs wohl selten so hoch wie im Jahr 2022. Sorgenvoll geht der Blick vieler Verbraucher in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland auf die nächste Nebenkostenabrechnung. Wer jetzt handeln will, der kann die heimische Heizung austauschen. Doch dabei gibt es einiges zu beachten, um wirklich langfristig Geld zu sparen.

Verbot von Gasheizungen: Wärmepumpe nicht für alle Haushalte sinnvoll

Das Verbot von Gasheizungen steht offenbar bevor. Stichtag soll der 1. Januar 2024 sein, dann sollen Gasheizungen nicht mehr neu verbaut werden. So lautet zumindest der Plan der Bundesregierung, der allerdings noch nicht beschlossene Sache ist. Verbraucher, die aktuell eine Gasheizung einer üblichen Größe (4-400 kW Heizleistung) besitzen, haben dann maximal 30 Jahre Zeit, um nachzubessern. Wer dies schon jetzt tun möchte, hat einige Möglichkeiten.

Einst Nischen- und nun Trendprodukt ist die Wärmepumpe in zahlreichen Ein- bis Zweifamilienhäusern. Dabei gewinnt die Heizungsanlage rund drei Viertel ihrer Energie aus der Umwelt. Hinzugekauft wird ein kleiner Anteil an Strom, der für die Pumpe und dessen Antrieb benötigt wird. Alternativ dazu gibt es die Holzheizung, in der Regel ist dies ein Pelletkessel.

Wärmepumpe oder Holzheizung: Aufwertung ist äußerst kostspielig

Doch der Umstieg von der Gasheizung zu den umweltschonenderen Alternativen ist leichter erzählt als getan. Für beide Heiztechnologien muss man mit Kosten von mindestens 20.000 bis 30.000 Euro rechnen. Dazu können Kosten für Umbauten kommen, die notwendig werden, um die Anlagen effizient betreiben zu können. Zum Beispiel ein Heizkörpertausch.

Ein weiteres Problem: Die neue Heizung muss zum Haus passen. Dabei spielt die Beschaffenheit des Hauses, die Anzahl der Bewohner, die Dachausrichtung oder das Heizsystem ein große Rolle. Wer von einer Gasheizung zur Wärmepumpe oder Holzheizung umsteigt, der sollte sich weiteren Kosten bewusst sein. Je nach Zustand des Hauses muss die Dämmung, Fenster, Fassade oder Kellerdecke verbessert und erneuert werden.

Beim Tausch der Heizung werden Kosten erstattet: Energiesparen erklärt

So benötigt die Holzheizung genügend Platz für das Pelletlager. Wer derzeit eine Ölheizung im Keller hat, der besitzt bereits genügend Platz für die neue Variante. Andere müssten diesen erst noch schaffen. Klar ist: Der Wechsel ist kostspielig, wird aber vom Staat unterstützt. Die Heizungsalternativen ermöglichen eine größere Unabhängigkeit von Öl und Gas. Die hohen Kosten für die neuen Anlagen lassen sich durch eine hohe staatliche Förderung verringern: Bei Tausch eines Ölkessels durch eine Wärmepumpe oder eine Holzzentralheizung werden 45 Prozent der Investitionskosten erstattet. Beim Austausch von Gas-Heizungen sind es 35 Prozent.

Wer nicht komplett wechseln möchte, kann die bestehende Gas- oder Ölheizung zur Hybridheizung aufwerten. Das System ist vergleichbar mit Hybrid-Autos. Eine Hybridheizung nutzt mehrere Energiequellen, in der Regel Öl oder Gas zusammen mit erneuerbaren Energien. Zuerst werden bei den Heizungen die erneuerbaren Energien für die Erzeugung von Wärme und Warmwasser genutzt. Erst in Zeiten mit sehr hohem Wärmebedarf, wenn diese Energie nicht ausreicht, werden auch Öl oder Gas zugeschaltet. Deren Verbrauch sinkt damit deutlich. Auch diese Option wird staatlich gefördert. (mit dpa-Material)

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