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Fleischpreise sinken: Aldi legt vor - Edeka, Rewe, Netto ziehen nach

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Von: Simon Stock

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Aldi senkt mitten in der Grillsaison die Fleischpreise. Das hat Signalwirkung. Auch andere große Discounter und Supermärkte gehen mit den Preisen runter.

Essen - Lebensmittel, Energie, Benzin - alles wird teurer? Stimmt nicht. Wer beim Supermarkt und Discounter ins Kühlregal schaut, der wird eine ungewöhnliche Entdeckung machen: Die Preise für Hackfleisch, Bratwurst und Steaks sinken - und das mitten in der Grillsaison.

UnternehmenAldi
SparteDiscounter
HauptsitzEssen

Fleischpreise sinken bei Aldi Süd und Aldi Nord - Signalwirkung für Handel

Angenehme Überraschung für Kunden und Verbraucher: Die Fleischpreise purzeln - während das sonstige Leben immer teurer wird und die Inflationsrate neue Höhen erreicht. Discounter Aldi verbilligte am Montag (4. Juli) viele Frischfleischprodukte - vom gemischten Hackfleisch bis zum Rindersteak.

Der Discounter gebe damit sinkende Einkaufspreise an die Kundinnen und Kunden weiter und leiste einen Beitrag zur Abschwächung der Inflation, sagte ein Unternehmenssprecher im Namen von Aldi Nord und Aldi Süd in Essen.

Der Schritt von Aldi hat Signalwirkung für den übrigen Lebensmittelhandel. Edeka, Deutschlands größter Lebensmittelhändler, kündigte an: „Auch wir legen Wert auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und werden die Preise für einige Fleischprodukte in den kommenden Tagen an die neue Marktsituation anpassen.“ Der Milchpreis entwickelt sich gerade in eine andere Richtung: Discounter Aldi hat jetzt neue Preismarken gesetzt. Von der Teuerung sind auch andere Milchprodukte betroffen - und zwar in etlichen Supermarkt-Ketten.

Fleischpreise sinken: Andere Supermärkte und Discounter ziehen nach

Ähnlich äußerte sich der zum Edeka-Konzern gehörende Discounter Netto. Konkurrent Rewe erklärte: „Wir stehen laufend in Gesprächen mit unseren Lieferanten hinsichtlich Kostensituation und Marktentwicklung und geben mögliche Preissenkungen natürlich unmittelbar an unsere Kunden weiter.“

Die Preissenkungen machen sich gerade in der Grillsaison im Geldbeutel der Kunden bemerkbar: Der Preis für 500 Gramm gemischtes Hackfleisch sank von 4,59 Euro auf 3,99 Euro. Bratwurst vom Schwein in der 400 Gramm-Packung verbilligte sich von 3,49 auf 2,99 Euro. Der Preis für ein Kilo Rindersteaks sank von 27,99 Euro auf 24,99 Euro.

Fleischpreise sinken bei Aldi: Trendumkehr zu ersten Monaten 2022

Die sinkenden Fleischpreise sind eine Umkehr des Trends der ersten fünf Monate des Jahres. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatte sich Fleisch in dieser Phase besonders stark verteuert. Im Mai 2022 war demnach Fleisch im Schnitt 16,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Die Preise für sämtliche Lebensmittel waren in diesem Zeitraum um 11,1 Prozent gestiegen.

Der Aufwärtstrend bei den Preisen scheint für Erste gebrochen. „Nachdem es Anfang des Jahres zunächst einen deutlichen Anstieg am Markt gab, sehen wir aktuell wieder sinkende Basispreise insbesondere bei Schwein“, berichtete Aldi. Das liege nicht zuletzt an den nach wie vor hohen Überkapazitäten in Deutschland.

Fleischpreise sinken: Fleischkonsum wird weniger

Für die Überkapazitäten bei der Fleischproduktion gibt es eine ganze Reihe von Gründen. So ist der Fleischkonsum in Deutschland schon seit geraumer Zeit rückläufig. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung lag er im vergangenen Jahr bei 55 Kilogramm. Zehn Jahre zuvor waren es pro Person und Jahr noch 7,8 Kilogramm mehr. Stattdessen boomt das Geschäft mit veganen und vegetarischen Fleischersatzprodukten.

Außerdem verdirbt offenbar die hohe Inflation vielen Menschen aktuell die Lust am Wurst, Koteletts und Steaks. „Die Nachfrage kommt trotz des guten Grillwetters noch nicht so richtig in Schwung“, beobachtete jedenfalls der Agrar-Informationsdienst AMI. Nach einer vor wenigen Wochen veröffentlichten, repräsentativen Forsa-Umfrage haben 42 Prozent der Menschen in Deutschland ihren Fleisch- und Fisch-Konsum reduziert, um sparsamer zu kochen. (mit dpa)

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