Mangelnde Hygiene?

Feta-Käse im Test: Öko-Test findet gefährliche Keime beim Verlierer

Feta-Käse gibt jedem Gericht eine griechische Note und ist zu jeder Jahreszeit beliebt. Allerdings ist nicht jede Marke empfehlenswert, meint Öko-Test.

Dortmund – Ob im knackigen Salat mit Gemüse oder Wassermelone, nach griechischer Art überbacken oder im Trend-Gericht Baked Feta Pasta* – Feta passt eigentlich immer und zu jeder Jahreszeit. Beim Einkaufen sollten Verbraucher jedoch genau hinschauen, berichtet RUHR24*. Denn nicht jeder Feta-Käse ist laut Öko-Test empfehlenswert.

VerbrauchermagazinÖko-Test
Erstmals erschienen1985
ChefredakteurHans Oppermann

Öko-Test untersucht Feta: Das macht einen guten Käse aus – 41 Produkte im Test

Für den aktuellen Test hat das Verbrauchermagazin 41 Produkte untersucht. Darunter 34 Original Feta und sieben andere Salzlakenkäse, die überwiegend aus Schafsmilch bestehen. Öko-Test hat dazu unter anderem die Inhaltsstoffe und den Geschmack der Produkte überprüft.

Die gute Nachricht vorweg: Die Hälfte der Feta-Käse haben die Tester mit „sehr gut“ und „gut“ bewertet. „Bei allen anderen haben wir deutlichere Mängel festgestellt“, so Öko-Test. Von zwei Produkten raten die Experten sogar ganz ab – sie sind mit der Note „mangelhaft“ durchgefallen.

Aber was macht einen guten Feta aus? Die Milch für Feta stammt von Schafen und Ziegen, die auf griechischen Weiden gegrast haben. Wobei Ziegenmilch kein Muss ist und im Käse höchstens 30 Prozent betragen darf. Die Herstellung erfolgt nach alter Tradition: Feta reift nach dem Ausflocken der Milch in Salzlake für mindestens zwei Monate. Bis auf Milch, Bakterienkulturen und Salz kommt nichts in den Käse – kein Milchpulver, keine Kaseinsalze, weder Farb- noch Konservierungsstoffe.

Feta im Öko-Test: Ekelige Keime in Käsesorten nachgewiesen

Anders als bei der großen Schnuller-Untersuchung von Öko-Test* fanden die Experten bei einigen Sorten bedenkliche Inhaltsstoffe. Bei einem Produkt wurden im Labor zu viele Kolibakterien nachgewiesen. Sie stammen häufig aus Fäkalien und gelten als Zeichen für mangelnde Hygiene bei der Herstellung. Sie können aber auch zu Lebensmittelvergiftungen und schweren Infektionen führen.

Auch Enterobakterien können auf mangelnde Hygiene in der Produktion hinweisen. Sie wurden beim Feta-Test gleich zweimal festgestellt.

Die Inhaltsstoffe der Feta-Sorten wurden ebenfalls auf Keime und mögliche Schadstoffe hin untersucht. Gemessen an den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie waren drei Fetas bakteriell belastet.

Feta im Öko-Test: Experten haben bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden

Ebenso unerwünscht wie Keime im Feta sind Überreste von Reinigungsmitteln, wie etwa der Inhaltsstoffe Trichlormethan. Der auch als Chloroform bekannte Stoff entsteht, wenn Melkanlagen nicht gründlich ausgespült werden.

Öko-Test kritisiert bei fünf Käsesorten außerdem einen hohen Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH). Sie können sich in Lymphknoten, der Leber oder im Fettgewebe anreichern und zu Organschäden führen.

Zu den besonders schlecht Noten im Test haben aber nicht primär kritische Inhaltsstoffe geführt. Folgende Produkte sind wegen anderen Kriterien zu den Testverlierern gekürt worden:

  • Vanela Bulgarischer Schafskäse (Gesamtnote: ausreichend)
  • Bulgar Original bulgarischer Schafskäse (Gesamtnote: mangelhaft)
  • Hotos Manouri Cheese (P.D.O.) (Gesamtnote: mangelhaft)

Testverlierer bei Öko-Test: Was die Experten bei Feta noch kritisieren

Denn in die Gesamtbewertung ist auch die Nachvollziehbarkeit der Lieferketten und das Tierwohl mit eingeflossen. Werden die Lämmer in der Nähe ihrer Mütter aufgezogen und ist das auch belegbar? Verfolgt der Tierbetrieb bestimmte Nachhaltigkeitsziele? Oder haben die Unternehmen gegenüber Öko-Test überhaupt Fragen zur Haltung der Tiere beantwortet?

Diese und weitere Aspekte hat Öko-Test ebenfalls berüchtigt. Bei den Testverlierern beim Feta haben die Betriebe in diesen Kategorien fast ausschließlich schlecht abgeschnitten. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © RUHR24/Öko-Test; Collage. RUHR24

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare