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Hohe Nachzahlungen für Mieter: LEG-Chef spricht von zwei Kaltmieten extra

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Von: Daniel Schinzig

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Viele Mieter müssen sich auf hohe Nachzahlungen gefasst machen. Energiesparen im Winter wird daran kaum etwas ändern, sagt jetzt der LEG-Chef erneut.

Hamm/Düsseldorf - Die Menschen in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland werden derzeit aufgrund der Gas-Krise vermehrt auf einen harten Winter eingestimmt. Schon im Juli meldete sich der Chef des Immobilienkonzerns LEG, Lars von Lackum, zu Wort und machte deutlich, dass die Mieter in den kalten Monaten in den Wohnungen auf Wärme verzichten und dennoch mit hohen Nachzahlungen im kommenden Jahr rechnen müssen. Diese Aussage wiederholte er nun noch einmal. Und versprach, die Mieter zu unterstützen.

Hohe Nachzahlungen für Mieter: LEG-Chef spricht von zwei Kaltmieten

Wie hoch die Nachzahlungen im Jahr 2023 ausfallen werden, macht der LEG-Chef mit einem Vergleich sehr deutlich: „Die Mehrkosten werden in einer Dimension von ein bis zwei Nettokaltmieten liegen“, sagt Lars von Lackum. Die Belastung durch die angekündigte Energieumlage ist in dieser Prognose noch nicht einmal berücksichtigt. „Wir müssen unsere Mieterinnen und Mieter sensibilisieren, mit welch exorbitanter Energiepreisexplosion wir es zu tun haben“, erklärt von Lackum weiter.

Wer denkt, durch Energiesparen im Winter die Nachzahlungen vermeiden zu können, wird enttäuscht werden. Der LEG-Chef betont, dass auch der notwendige Verzicht auf Wärme in den Kalten Monaten nichts daran ändern wird, dass Mieter im Jahr 2023 tief in die Tasche greifen müssen.

Derzeit ist die LEG dabei, ihre Mieter schriftlich zu benachrichtigen. In dem Schreiben macht das Unternehmen den Mietern auch das Angebot, die Vorauszahlungen auf freiwilliger Basis zu erhöhen. So kann der Anstieg der Kosten auf mehrere Monate verteilt werden. Etwa ein Drittel der schon informierten Kunden hat das Angebot angenommen. Für die anderen hat Lars von Lackum einen guten Ratschlag: Sie sollen bereits jetzt Geld zur Seite legen, um von den Nachzahlungen im kommenden Jahr nicht überfordert zu werden.

Mieter müssen mit extremen Nachzahlungen rechnen: LEG bietet Unterstützung an

Die LEG ist derzeit auch noch auf andere Weise tätig: So werden die Heizungen in den Wohnungen der Gesellschaft zur Zeit so eingestellt, dass sie möglichst energiesparend betrieben werden. Heißt: Die Temperaturkurve wurde ein wenig reduziert. Außerdem springen die Anlagen eher als bisher in den Nachtmodus. Das Unternehmen betont, dass diese Maßnahmen im gesetzlichen Rahmen geschehen.

Wenn es nach LEG-Chef von Lackum geht, hätte noch mehr unternommen werden können. Bereits vor Wochen machte er den Vorschlag, die gesetzlichen Möglichkeiten zu schaffen, um die Temperaturen in den Wohnungen noch weiter als bisher abzusenken, um besser durch den Winter zu kommen. Das wurde in der Politik bislang aber nicht weiter berücksichtigt.

Dass Mieter während der Gas-Krise Gefahr laufen, ihre Wohnung zu verlieren, sieht der LEG-Chef allerdings nicht. Wer von den explodierenden Energiepreisen überfordert ist, erhält von der LEG Unterstützung. So können Mieter Ratenzahlung in Anspruch nehmen oder bekommen bei der Beantragung von Wohngeld Hilfe.

Nicht nur die LEG bereitet die Bürger auf extrem steigende Kosten vor. Ein Mieterbund prognostiziert sogar, dass Millionen Bürger die Heizkosten nicht mehr zahlen können werden. Wer jetzt denkt, eine Elektroheizung könnte Abhilfe schaffen, irrt. Denn ein solches Gerät bringt direkt neue Probleme mit sich.

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