Blut, Leber oder Niere befallen

Gesundheits-Gefahr durch Einwegbecher? Studie beunruhigt - besonders die Jüngsten erwischt es

Von Einwegbechern geht eine Gefahr für unsere Gesundheit aus. Grund ist ein hartnäckiger Inhaltsstoff, der sich in unserem Organismus verbreitet. Besonders Jüngere scheinen betroffen zu sein.

  • Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor der Nutzung von Einwegbechern.
  • Dabei geht es dem Verein nicht nur um den entstehenden Müll.
  • Denn ein häufig verwendeter Inhaltsstoff kann zu Gesundheitsschäden führen - besonders bei Jüngeren!

München - Für die Umwelt sind die so genannten Einwegbecher alles andere als ein Geschenk. Denn nach einmaligem Gebrauch wandern die Trinkbehälter im besten Fall in den Mülleimer und verursachen somit eben Rückstände, die in letzter Konsequenz das Klima belasten. Gerade in der Corona-Krise wurde wieder vermehrt auf die nur einmal nutzbaren Pappbecher zurückgegriffen - denn diese gehen eben nur durch eine sehr geringe Zahl an Händen.

Dabei geht von diesen beliebten und in vielen Bäckereien, Imbissen oder Supermärkten erhältlichen Coffee-to-go-Bechern sogar eine Gefahr für die Gesundheit aus! Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die die Deutschen Umwelthilfe (DUH) aufschrecken lässt. So würden „beim Konsum von Getränken aus plastikbeschichteten Einwegbechern“ gesundheitsschädliche Chemikalien in den Organismus gelangen.

Einwegbecher gesundheitsschädlich: Inhaltsstoffe könnten Auswirkungen auf Nachwuchs haben

Konkret gehe es um per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die in kunststoffbeschichtetem Einweggeschirr verwendet würden, wie die Studie des Umweltbundesamtes bestätigte. Diese Stoffe könnten demnach „die Neigung zu Infekten oder bei Nachkommen ein verringertes Geburtsgewicht zur Folge haben“. Denn PFAS würden „sehr langsam ausgeschieden werden und sich vor allem an Proteinen im Blut, in der Leber und Niere anlagern“.

Gewarnt wird besonders vor der „Weitergabe von PFAS von der Mutter zum Kind während der Schwangerschaft und der Stillzeit“. Eine Erkenntnis des Vereins ist, dass besonders Jüngere betroffen zu sein scheinen. So betont Thomas Fischer, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft: „Die Chemikaliengruppe der PFAS ist weitgehend unreguliert und wurde im Blut von vielen Jugendlichen und Kindern nachgewiesen.“

Müll über Müll: Einweg-Kaffeebecher werden direkt nach der Nutzung entsorgt.

Einwegbecher gesundheitsschädlich: In Deutschland werden pro Jahr 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher weggeworfen

Ein schwerwiegendes Problem ist die weite Verbreitung der Einwegbecher. Laut Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH, würden in Deutschland pro Minute 5300 dieser Trinkbehälter an den Mann oder die Frau gebracht. Somit ergebe sich nicht nur ganz nebenbei pro Jahr ein Abfallberg aus 2,8 Milliarden Bechern. Bei 82 Millionen Bundesbürgern sind das mehr als 34 pro Kopf.

Die DUH fordert nun ein Verbot von „Einwegbecher(n) und -essensboxen aus kunststoffbeschichteter Pappe“. Diese Möglichkeit biete sich Umweltministerin Svenja Schulze auf „Grundlage der Europäischen Einwegkunststoffrichtlinie“. Zudem erklärt der Verein: „Große Coffee-to-go-Ketten, Bäckereien und Kantinenbetreiber sollten dazu verpflichtet werden, ein flächendeckendes System mit Mehrwegpfandbechern aufzubauen.“ Dies könne etwa durch eine gesetzliche Mehrwegquote gewährleistet werden.

Fischer nennt als Lösungen Behälter aus Edelstahl per Porzellan, unbedenklich seien auch lebensmittelechte Mehrweg-Kunststoffbecher aus Polypropylen. Und ganz ehrlich: Daraus schmeckt der Kaffee oder jedes andere Warmgetränk doch sowieso viel besser. (mg)

Die Stiftung Warentest warnte bereits vor der Nutzung von Bechern aus Bambus - wegen des hohen Schadstoffgehalts. Auch der Öko-Test zu verschiedenen Mineralwassern offenbart beunruhigende Ergebnisse.

Offenbar aus Angst vor Gewalt soll Starbucks seinen Mitarbeitern BLM-Sympathiebekundungen verboten haben. Der Coffee-to-go-Stöpsel soll das Getränkeerlebnis am Morgen revolutionieren.

Starbucks bekommt Konkurrenz von Supermarkt-Kette Migros – in Form einer Kaffee-Flatrate.

Rubriklistenbild: © dpa / Jan Woitas

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